In Griechenland kommen weniger Flüchtlinge an

2020 sind deutlich weniger Schutzsuchende nach Griechenland geflüchtet als im Vorjahr. Im neu errichteten Zeltlager auf Lesbos herrschen derweil desolate Zustände – aufgrund von Regenfällen müssen die Menschen im Schlamm ausharren.


Im Jahr 2020 sind bisher rund 12’300 Flüchtlinge und Migranten nach Griechenland gelangt. Das seien 73 Prozent weniger als noch im Vorjahr, als es im gleichen Zeitraum fast 45’000 Menschen gewesen waren, sagte der stellvertretende griechische Migrationsminister Notis Mitarakis am 12. Oktober in Athen.

In den ersten neun Monaten 2020 sei ausserdem die Anzahl der Asylentscheide im Jahresvergleich um 82 Prozent gestiegen. Die konservative griechische Regierung hatte zuvor Gesetze erlassen, um die Asylverfahren zu beschleunigen. Laut Mitarakis stehen aktuell rund 3150 Übersiedlungen von Flüchtlingen in andere EU-Länder aus.

Überflutetes Lager

Mitarakis kündigte Pläne an, auf den Inseln Kos, Samos und Leros geschlossene Zentren für Migranten zu errichten, die von der Türkei zu den Inseln übersetzen. Auf Lesbos, wo derzeit knapp 8000 Menschen in einem provisorischen Zeltlager leben, soll eine neue Struktur im Sommer 2021 den Betrieb aufnehmen.

Das ursprüngliche Lager Moria war im September bei einem Grossbrand fast völlig zerstört worden. Für die Menschen wurde in der Folge ein Zeltlager errichtet, das jedoch bei den ersten herbstlichen Regenfällen zum Teil bereits von Schlamm und Wasser überflutet worden war. Die EU habe nun 5,5 Millionen Euro für Hochwasser-Massnahmen zur Verfügung gestellt, sagte Mitarakis. (sda/no)