Krieg im Nahen Osten

Impfungen gegen Kinderlähmung im Gaza-Streifen gestartet

Nachdem Polio-Viren im Gaza-Streifen gefunden worden sind, impft die WHO dort Kinder gegen die Krankheit. Dafür gibt es Feuerpausen. Experten hoffen auf einen Impuls für die Friedensverhandlungen.

Im Gaza-Streifen hat eine Impfkampagne zur Immunisierung von Kindern gegen Polio begonnen. Die Jungen und Mädchen in dem Küstenstreifen bräuchten die Impfung gegen die auch als Kinderlähmung bekannte Krankheit dringend, teilte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, mit. Die WHO will mehr als 640’000 Kinder behandeln.

Im Vorfeld hatten die Kriegsparteien humanitären Feuerpausen in bestimmten Gebieten des Gaza-Streifens für die Impfkampagne zugestimmt. Kürzlich wurde im Gaza-Streifen den Angaben zufolge der erste bestätigte Polio-Fall seit 25 Jahren gemeldet.

Im Juli hatte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen an sechs Orten im Gaza-Streifen Polioviren im Wasser nachgewiesen. Vor Beginn des aktuellen Konfliktes zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas, die in dem Küstenstreifen herrscht, waren die meisten Kinder in Gaza gegen Polio geimpft.

Der Epidemiologe Oliver Razum äusserte in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Hoffnung auf weitere humanitäre Feuerpausen. «Vielleicht kann diese Not dazu beitragen, einen politischen Durchbruch zu erzielen, der sonst in weiter Ferne zu sein scheint», sagte der Spezialist für Öffentliche Gesundheit und Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Darauf hofften Beschäftigte des öffentlichen Gesundheitswesens in Palästina, Israel und auch international. (epd/ dst)