Griechenland

Hunderte Rettungen aus überschwemmten Dörfern

Die Zahl der Toten nach der verheerenden Flut in Griechenland steigt auf sieben. Die Rettungsaktionen laufen derweil auf Hochtouren.

In den überfluteten Gebieten in Mittelgriechenland sind am Freitag Hunderte Meschen aus Dörfern gerettet worden. Sie waren wegen der Wassermassen tagelang von der Umgebung abgeschnitten. Vor allem viele ältere und kranke Menschen, aber auch Schwangere und Kleinkinder wurden mit Hubschraubern auf einen Sportplatz der Stadt Karditsa gebracht, wie griechische Medien berichteten. In den vergangenen Tagen sollen insgesamt mehr als 2000 Menschen in Sicherheit gebracht worden sein. Die Zahl der Toten stieg auf sieben.

Die griechische Wetterbehörde EMY erklärte das Sturmtief «Daniel» derweil für beendet. Seit Montag hatte es sich über der mittelgriechischen Region Thessalien festgesetzt und bis Donnerstag angehalten. Die Niederschlagsmengen von «Daniel» übertrafen alles, was griechische Meteorologen bislang je gemessen hatten. So fielen örtlich zwischenzeitlich mehr als 700 Liter Wasser je Quadratmeter in weniger als 24 Stunden.

Eine Karte, die der griechische Wetterdienst Meteo veröffentlichte, zeigte das Ausmass der Überschwemmungen. Besonders dramatisch ist die Lage demnach in der Gemeinde Karditsa, die einem grossen See gleicht. Insgesamt seien rund 72 000 Hektar Fläche überschwemmt.

In der Hafenstadt Volos mit rund 150 000 Einwohnern ist die Lage ebenfalls katastrophal: Die Stadt ist weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten, weil Strassen überflutet oder zerstört sind und unzählige Tonnen Matsch in die Stadt gespült wurden. Das Trinkwasser und auch Nahrungsmittel in Supermärkten gingen zur Neige, berichteten griechische Medien.

Noch sind die Schäden kaum abzusehen. Die gesamte Region Thessalien gilt als die «Kornkammer» Griechenlands, hier stehen die meisten Felder teils meterhoch unter Wasser. Was das für die Landwirte und die Ernte bedeutet, ist noch kaum abzuschätzen. Fachleute sprachen in griechischen Medien von Schäden bei Infrastruktur und Landwirtschaft, die in die Milliarden gehen könnten. (sda/ eba)