Holocaust

Weltweit noch knapp 200’000 Shoah-Überlebende

Eine Studie der Jewish Claims Conference hat die Anzahl der Holocaust-Überlebenden ermittelt. Sie ist gegenüber 2025 um zehn Prozent gesunken. In Israel und Nordamerika leben die meisten Überlebenden.

81 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leben weltweit noch schätzungsweise 196’600 Holocaust-Überlebende in mehr als 90 Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Jewish Claims Conference. Vor einem Jahr wurden noch rund 220’000 Personen als lebend geschätzt, erklärte die jüdische Organisation in Berlin. Die Hälfte aller Überlebenden lebt in Israel, 18 Prozent in Nordamerika und 17 Prozent in Westeuropa.

Im Durchschnitt sind jüdische Holocaust-Überlebende etwa 87 Jahre alt, das Altersspektrum reiche von 79 bis über 100 Jahre, teilte die Claims Conference anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages mit.

Nahezu alle jüdischen Holocaust-Überlebenden seien sogenannte «Kinderüberlebende», die 1928 oder später geboren wurden. Die Mehrheit ist den Angaben zufolge weiblich. Rund 34 Prozent der Überlebenden – etwa 68’000 Personen – erhielten monatliche Rentenzahlungen, die von der Claims Conference ausgehandelt worden seien.

Die 1951 gegründete Claims Conference (Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Konferenz über jüdische materielle Ansprüche gegen Deutschland) ist eine Organisation mit Büros in New York, Israel und Deutschland. Sie will Holocaust-Überlebende in aller Welt entschädigen. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten im Holocaust rund sechs Millionen Juden und Angehörige weiterer Minderheiten. (epd/ dst)

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