Hilfe für Millionen Syrer in Idlib gefährdet

Für die Vereinten Nationen wird die Versorgung der notleidenden Menschen im syrischen Idlib immer schwieriger. Die Gewalt behindere den Zugang zu rund zwei Millionen Menschen.


Die Lage in Idlib ist prekär. «Wir sind extrem besorgt», sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in Genf. Viele der Menschen seien aufgrund des Mangels an Nahrung und Medikamenten extrem geschwächt. Lowcock appellierte an die Truppen von Präsident Baschar al-Assad und die schätzungsweise 100’000 Kämpfer verschiedener Gruppen in dem Gebiet, die Zivilisten zu schonen. Das Assad-Regime hat mehrfach angekündigt, die Kontrolle über Idlib zurückerobern zu wollen.

Nach Erhebungen des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, dem Lowcock vorsteht, haben militärische Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen in Syrien einen der höchsten Stände seit Beginn des Konflikts 2011 erreicht. Allein in den ersten drei Monaten 2018 seien 72 Angriffe auf Krankenhäuser erfasst worden. Im gesamten Jahr 2017 seien 112 gewesen, hiess es.

13 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Lowcock betonte weiter, er habe auf deutlich mehr Geld für die Opfer des Syrien-Konflikts auf der Brüsseler Geberkonferenz gehofft. Bei dem Treffen kamen 4,4 Milliarden US-Dollar (rund 4,3 Milliarden Franken) für das laufende Jahr zusammen. Lowcock erklärte jedoch, dass Geber in nächster Zeit weitere Finanzmittel für humanitäre Hilfe bereitstellen würden.

Insgesamt sind nach Lowcocks Angaben mehr als 13 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen. In dem Konflikt wurden bereits Hunderttausende Menschen getötet. Rund 5,5 Millionen Menschen flüchteten laut den UN ins Ausland. In dem arabischen Land kämpfen das Assad-Regime, Rebellengruppen und islamistische Terrormilizen um die Macht. (epd)