Herzog & de Meuron sollen erste Schweizer Autobahnkirche bauen

Im bündnerischen Andeer soll an der A13 eine Autobahnkirche entstehen. Nun wurden erste Pläne des ökumenischen Projekts vorgestellt.


Im Gegensatz zum benachbarten Ausland – in Deutschland gibt es 46 – kennt die Schweiz keine Autobahnkirchen. Das einzige spirituelle Gebäude an einer Schweizer Autobahn ist eine Autobahnkapelle, die sich in Erstfeld im Kanton Uri an der A2 befindet. Das soll sich jetzt aber ändern.

Unter- und überirdische Kirche

Im Bergdorf Andeer hat die Interessengemeinschaft Autobahnkirche Andeer -Val Schons das Vorprojekt für die Autobahnkirche präsentiert. Erarbeitet hat es das renommierte Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron. Der Entwurf besteht im Wesentlichen aus einer von weitem sichtbaren überirdischen Kirche, welche mit unterirdischen Räumen verbunden ist.

  • Die Aussenansicht der geplanten Autobahnkirche. Bild: Herzog & de Meuron

Jens Köhre, Pfarrer in Andeer, glaubt, dass solche Autobahnkirchen einem Bedürfnis entsprechen, das wisse man aus den sogenannten Anliegen-Büchern in deutschen Autobahnkirchen. So sagte er bei der ersten Präsentation des Projekts 2017 gegenüber ref.ch: «Oft kehren die Leute hier ein, um zu beten. Sie müssen sich vorstellen: Diese Besucher sind häufig viele Stunden unterwegs. Und dabei denken sie natürlich über das eine oder andere nach. Die Autobahnkirche ist da auch eine Art Gegenwelt zum Rush auf der Strasse.»

Die erste Schweizer Autobahnkirche in Graubünden soll gut sichtbar auf einem an die A13 angrenzenden Hügel in Andeer ihren Platz haben. Erreicht werden soll sie nach einem kurzen Spaziergang. Die beiden Landeskirchen unterstützen das Projekt.

Die Finanzierung des Baus soll auf privater Basis erfolgen. Die gespendeten Mittel sollen in eine Stiftung fliessen, deren alleiniger Zweck die Errichtung und der Betrieb der Autobahnkirche ist. Den Rohbau wollen die Initianten bis Ende 2022 fertiggestellt haben. (sda/mos)