«Am 1. Januar 1966 sind die Änderungen in Kraft getreten, die die Vereinigung der freien und der nationalen Kirche im Waadtland ermöglichten», schreibt die Westschweizer Presseagentur«Protestinfo» auf ihrer Website. Bereits 1950 hätten Professor Pierres Bonnard und Pastor Albert Girardet eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um die zwei Lager zu versöhnen.
Bewegte Geschichte
Die Waadtländer reformierte Kirche schaut auf eine bewegte Zeit zurück: Bereits 1526 habe die Reformation durch das Wirken von Guillaume Farel und Pierre Viret im damals savoyischen Waadtland Fuss fassen können, verrät ein Blick auf Wikipedia. Mit der Eroberung des Waadtlands durch Bern im Jahre 1536 wurde die Kirche eng an den Staat gebunden. Diese enge Verbindung blieb auch nach der Gründung des Kantons Waadt im Jahre 1803 erhalten.
Die Gründe, die zur Spaltung der Kirche führten, liegen weit in der Vergangenheit: Bei der Volksabstimmung über die Verfassung 1847 mussten die Pfarrer eine Proklamation der Regierung verlesen. Dieser Anordnung leisteten nicht alle Geistlichen Folge, worauf sie suspendiert wurden. Daraufhin demissionierten 184 Pfarrer und gründeten eine vom Staat getrennte freie Kirche, die Église évangélique libre du Canton de Vaud.
Demokratie hält Einzug
Erst ab 1863 wurden in der Église nationale der jeweilige Kirchgemeinderat durch die Gläubigen gewählt. Ebenso die Synode als Legislative und der Synodalrat als Exekutive. Nach 119 Jahren Trennung fusionierten im Jahre 1966 die Église libre und die Église nationale zur heutigen Kantonalkirche.
Laut Protestinfo wird am 15. März 2016, 50 Jahre nach der grundlegenden Synode der EERV, in Lausanne eine Gedenkfeier stattfinden.