Hamas greift Israel an
Durch massive Luftangriffe der islamistischen Hamas wurden in Israel nach ersten Erkenntnissen eine Frau getötet und 15 Menschen verletzt. In verschiedenen Städten Israels heulten die Warnsirenen, so auch in Tel Aviv und Jerusalem. Nach israelischen Angaben griffen militante Palästinenser auch über Land und See an.
Als Reaktion bombardierten israelische Kampfflugzeuge den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen am Mittelmeer. Zudem finden momentan Kämpfe im Umkreis des Gazastreifens statt, über Opferzahlen ist noch nichts bekannt.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte mit den Worten: «Bürger Israels, wir sind im Krieg.» Die offiziell verkündete Kriegsbereitschaft ermöglicht es der Armee unter anderem, Reservisten zu mobilisieren.
Die Hamas sprach von einer «Militäroperation» gegen Israel. Militärchef Mohammed Deif begründete die Angriffe damit, dass man «israelischen Verbrechen ein Ende setzen» wolle.
Die augenscheinlich länger vorbereiteten Attacken aus dem Gazastreifen kamen für Israel unerwartet. Israel feiert gerade das jüdische Fest Simchat Tora (Freude der Tora). Im besetzten Westjordanland hatte sich die Lage allerdings zuletzt wieder zugespitzt. Seit Jahresbeginn wurden 27 Israelis, eine Ukrainerin und ein Italiener bei Anschlägen getötet. Im selben Zeitraum kamen mehr als 200 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder nach eigenen Anschlägen ums Leben.
Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.
Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen nach UN-Angaben unter sehr schlechten Bedingungen. Die von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Küstengebiets, die von Ägypten mitgetragen wird. (sda/ eba)