Grüne wollen «Gott» aus der Verfassung streichen
Den Grünen/Jungen Grünen des Kantons Luzern ist die Formulierung «in Verantwortung vor Gott» in der Kantonsverfassung ein Dorn im Auge. Mit ihrem Bezug auf den christlichen Gott spreche die Verfassung einen grossen Teil der Bevölkerung nicht mehr an, schreibt die Fraktion in einer Mitteilung vom 13. Oktober.
Sie unterstützt damit einen Vorstoss des Grünen-Kantonsrats Samuel Zbinden. Dieser fordert, dass die entsprechende Stelle in der Verfassung geändert und auf einen Gottesbezug verzichtet wird. «Unsere Verfassung sollte auf demokratischen Werten beruhen, nicht auf dem persönlichen Glauben eines Teils der Bevölkerung», wird Zbinden in der Mitteilung zitiert.
In der Präambel der Luzerner Kantonsverfassung heisst es: «Die Luzernerinnen und Luzerner, in Verantwortung vor Gott, gegenüber den Mitmenschen und der Natur und im Bestreben, Luzern als starken Kanton weiterzuentwickeln, geben sich folgende Verfassung». Viele Menschen könnten sich mit dem Gottesbezug aber nicht mehr identifizieren, begründet der Motionär sein Anliegen. So gehöre mehr als jede fünfte Person im Kanton Luzern heute keiner Glaubensgemeinschaft mehr an.
Der Gottesbezug in der Verfassung ist sowohl auf kantonaler wie auf Bundesebene immer wieder ein Streitthema. Zuletzt hat der Nationalrat eine parlamentarische Initiative von SP-Nationalrat Fabian Molina abgewiesen. Molina hatte gefordert, dass der Satz «Im Namen Gottes des Allmächtigen!» aus der Bundesverfassung gestrichen werde. (no)