Match statt Messe heisse es heute in vielen Gegenden auf der Welt, sagten die Kuratorinnen der Ausstellung «Fussball – Glaube. Liebe. Hoffnung» am Mittwoch vor den Medien in der Barfüsserkirche, wo die Schau gezeigt wird. Der Fussball habe zahlreiche Werte übernommen, die früher der Glaube innehatte.
Dazu gehört die Verehrung der Protagonisten. Es werden Fanbücher gezeigt, in denen Fussballspieler als Heilige dargestellt sind. Zu sehen sind auch Fanmärsche mit ihren Gesängen und Fahnen. Diese glichen religiösen Prozessionen, stellte Kuratorin Margret Ribbert fest.
Innige Hingabe der Fans
Gezeigt wird auch, wie der Fussball ins Alltagsleben eindringt, so wie früher der Glaube. In einer Dortmunder Klinik sind die Wände eines Kreisssaals in den Vereinsfarben von Borussia Dortmund – gelb und schwarz – angemalt worden. Ausgestellt sind auch ein Sarg mit dem Emblem eines englischen Fussballclubs und der Aufschrift «You never walk alone» sowie eine Urne in Form eines Fussballs. Kritisch wird beleuchtet, wie die Werbung und wie Politiker den Sport missbrauchen.
Die Wanderausstellung, die vom Amsterdam Museum konzipiert wurde, wird in Basel ergänzt durch Exponate, die den FC Basel betreffen. Zu sehen ist das blaurote Band mit der Aufschrift: «Über allem stohsch du», das die Besucher des Spiels FCB-Real Madrid Ende November im St. Jakob-Park in die Höhe gestreckt haben.
Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus Bildtafeln, Filmausschnitten und Objekten. In drei Sprachen wird sie medial vermittelt. Zudem können die Besucher an einem interaktiven Quiz teilnehmen. Genutzt werden auch die Sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Twitter. Die Ausstellung dauert in Basel bis zum 16. August. Danach reist sie weiter durch Europa und wird schliesslich anlässlich der WM in Moskau gezeigt. (sda)