Fussball ist mehr als ein Spiel mit 22 Spielern und einem Ball. Das wissen echte Fans natürlich längst. Manche lassen sich sogar «Football is my religion» auf ihren Körper tätowieren. Andere wollen in einem Sarg in den Farben ihres Clubs begraben werden. Als erste europäische Stadt zeigt Amsterdam die internationale Ausstellung «Fussball Halleluja».
Fussball habe für viele Fans die Rolle der Religion übernommen, stellt der Direktor des Amsterdam Museums, Paul Spies, fest: «Die Stadien werden immer voller, die Kirchen immer leerer.» Die Rituale von Fans nähmen immer breiteren Raum ein und ähnelten denen der katholischen Kirche.
An jedem Wochenende pilgern Fans in Scharen in die Stadien, beobachtet Museumsdirektor Spies und findet: «Es sind Prozessionen zu den neuen Tempeln.» Und die Spieler werden wie Heilige verehrt. Die niederländische Fussball-Legende Johan Cruyff etwa, der Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona zu Weltruhm verhalf, erhielt den Beinamen «Der Erlöser». Der argentinische Superstar Lionel Messi ist längst der «Messias», und Diego Maradona ist für viele schlicht und einfach Gott.
Lokale Stars im Zentrum
In Amsterdam empfängt die internationale Fussballhymne «You’ll never walk alone» die Besucher zur Schau von heiligen Helden, unsterblichen Göttern, Reliquien und Ritualen. Gemeinsam mit dem Historischen Museum Basel sammelte das Amsterdamer Stadtmuseum Pokale, Fanartikel, Videos, Fotos und viele Anekdoten und Analysen. Die Ausstellung wird ab März 2015 im Museum für Geschichte in Basel zu sehen sein. Dann sollen auch die lokalen Helden des FC Basel im Zentrum stehen. (Annette Birschel/dpa/sda)