Gleich fünf von sechs Mitgliedern des Kirchenrates der Kirchgemeinde Ennenda sind zurückgetreten. Auch die Präsidentin des Rates, Cornelia Deuber, hat per sofort ihr Amt abgegeben, wie es in einer Mitteilung der Glarner Landeskirche vom 12. März heisst. Grund seien «unüberbrückbare Differenzen», die sowohl auf persönliche Spannungen als auch auf «theologisch-geistliche» Differenzen zurückzuführen sind.
Schamanismus im Kirchenrat
«Manche Personen aus dem Kirchenrat sympathisieren mit dem Schamanismus und führen in diesem Bereich Anlässe und Kurse durch», präzisiert Ulrich Knoepfel, Präsident des Kantonalen Kirchenrates, die Differenzen auf Anfrage von ref.ch. Dies habe unter anderem zum Eklat geführt.
Mit dem kollektiven Rücktritt verbleibe nur ein einziges Mitglied in der Exekutive. Sie sei somit nicht mehr beschlussfähig. Deshalb habe der Kantonale Kirchenrat «im Sinne einer aufsichtsrechtlichen Massnahme» einen Sachwalter eingesetzt, der per sofort die Führung der Amtsgeschäfte übernimmt. (bat)
Update 19. März: Der Kirchenrat Ennenda möchte sich zur Thematik Schamanismus wie folgt Stellung nehmen: «Entgegen eines ersten Presseberichtes ist nicht der Schamanismus der eigentliche Grund des Disputs. Viel grundsätzlicher belasteten den Ennendaner Kirchenrat in den letzten zwei Jahren die unglaublich vielen Baustellen und Altlasten, welche er aus seiner Vorzeit übernommen hat. Immer und immer wieder sind grosse Aufgaben im Zusammenhang mit den Liegenschaften, den Finanzen, der Webseite und dem Personal aufgetaucht, die bewältigt werden mussten. Diese Anforderungen konnten leider nicht alle Mitglieder erfüllen und dies belastete den Kirchenrat je länger je mehr und zunehmend stärker. Das Fass zum Überlaufen gab dann jedoch eine Spannung zum noch verbleibenden Mitglied des Kirchenrates. Mehrere Klärungsversuche haben leider nicht gefruchtet.»