«Fridays for Future» plant ersten digitalen Klimastreik

Die Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» ruft zum ersten digitalen, globalen Klimastreik auf. Dazu seien am 24. April in der Schweiz, in Deutschland und in über 100 weiteren Ländern Online-Aktionen geplant.


Bereits in den vergangenen Wochen habe es in vielen Ländern von lokalen Gruppen Online-Aktionen wie Webinare, Livestreams oder Demo-Programme mit Musik und Reden gegeben. «Aber am 24. April finden solche Aktionen erstmals weltweit koordiniert statt», sagte «Fridays for Future» (FFF)-Sprecherin Carla Reemtsma dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Wegen der Corona-Krise müsse der Klimaprotest ausschliesslich im Internet stattfinden.

Geplant seien unter anderem Social-Media-Aktionen unter #climatestrikeonline oder #Netzstreikfuersklima. Unter den Hashtags könnten Teilnehmer etwa Bilder hochladen, um ihr Anliegen für den Klimaschutz zum Ausdruck zu bringen. «Es wird zudem einen Demonstrations-Livestream geben mit prominenten Rednern, Influencern, Künstlern, Aktivisten, Bühnenprogramm und Liveschalten», kündigte die Sprecherin an. Das digitale Format biete auch Möglichkeiten, «die wir bei normalen Demonstrationen auf der Strasse nicht machen können – zum Beispiel eine Liveschalte in den Amazonas-Regenwald».

Anlass für den neuen globalen Klimastreik seien mehrere Termine. So stehe in diesen Wochen die erste Überprüfung der Klimaziele an, die sich die Länder im Rahmen des Pariser Klimaabkommens gesetzt hatten. «Zudem ist am Mittwoch nächster Woche Earth Day und am Donnerstag der Indigenous Peoples Day, welches beide relevante Ereignisse für die internationale Klimabewegung sind», erklärte Reemtsma.

Weichenstellung für Nachhaltigkeit

Die Klimaaktivistin forderte, den Umbruch durch die Corona-Krise auch als Weichenstellung für mehr Nachhaltigkeit zu nutzen. «Konzerne, die nun mit Steuergeldern gerettet werden sollen, müssten sich zuvor auch den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichten und einen Plan haben, wie sie klimaneutral werden wollen. Wer Steuergelder von der Gesellschaft bekommt, muss der Gesellschaft auch etwas zurückgeben», sagte die FFF-Sprecherin.

«Wir stehen durch die Krise vor der Entscheidung, ob man in die Realität zurück will, wo wir hergekommen sind oder ob wir den Umbruch gestalten wollen», erklärte Reemtsma weiter. Man könne jetzt die Weichen für ein nachhaltiges Wirtschaften stellen. Das habe auch die Leopoldina in ihren jüngsten Empfehlungen betont. (epd/bat)