Corona-Pandemie

Freikirchler wollen im Gottesdienst wieder singen

Der Dachverband Freikirchen.ch fordert, dass der Bundesrat das gemeinsame Singen im Gottesdienst wieder erlaubt. Er beruft sich dabei auf eine Studie der Universität Wien.

Im Oktober des vergangenen Jahres hat der Bundesrat wegen der Corona-Pandemie ein schweizweites Sing-Verbot für nicht-berufliche Sängerinnen und Sänger ausgesprochen. Davon betroffen sind auch die Kirchen: Auf das gemeinsame Singen im Gottesdienst und in Chorvereinen muss seither verzichtet werden.

Seine Mühe mit dieser Regelung hat der Dachverband der Freikirchen, Freikirchen.ch. Er fordert eine Lockerung. «Nach über einem Jahr vorbildlichem Einhalten der Schutzmassnahmen brauchen die Menschen etwas für die Seele. Wir plädieren daher für die Wiedereinführung des nichtprofessionellen Gesangs in Chören und Kirchen», heisst es in einer Mitteilung vom 12. April.

Abstandsregel soll Virus eindämmen

In seiner Argumentation stützt sich der Verband auf eine Studie der Universität Wien. Demnach führe das Singen zu einer Ausdehnung der Aerosolwolke von rund 1,5 Metern. «Damit lässt sich festhalten, dass mit einem Abstand von 1,5 Metern die Ausbreitung des Virus zentral eingedämmt werden kann», heisst es in der Mitteilung weiter.

Aus diesem Grund könne das Singen in Gottesdiensten verantwortet werden, argumentiert der Verband. Eine weitere Untersuchung habe zudem gezeigt, dass nicht das gemeinsame Singen der Virus-Spreader sei, sondern das anschliessende Beisammensein. Denn dort würden die Abstandsregeln weniger eingehalten.

Dem Dachverband Freikirchen.ch gehören 20 freikirchliche Bewegungen aus der Deutschschweiz mit insgesamt über 750 örtlichen Kirchen an. (no)