Frauenwahl beim Kirchenbund

Die rund 70 Abgeordneten der Kantonalkirchen bestimmen am 7. November ein neues Mitglied für den vakanten Sitz im Rat des Kirchenbundes. Dabei kommt es wieder einmal zu einer Kampfwahl: Zwei Frauen stellen sich zur Verfügung.

Zwei Baselbieterinnen wollen in den Rat des Kirchenbundes: Doris Wagner-Salathe (l.) und Sabine Brändlin. (Bilder: zVg)

Im siebenköpfigen Rat, der Exekutive des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), ist ein Platz frei: Die Thurgauerin Regula Kummer trat krankheitshalber per Mitte September zurück. Am kommenden Montag bestimmt die Abgeordnetenversammlung (AV) ihre Nachfolge für den Rest der Amtsdauer bis 2018.

Zur Wahl stellen sich zwei Pfarrerinnen: Sabine Brändlin und Doris Wagner-Salathe. Beide gehören der reformierten Baselbieter Kirche an. Wagner-Salathe ist Präsidentin des Baselbieter Pfarrkonvents und seit drei Jahren SEK-Abgeordnete, Brändlin ist ehemalige Baselbieter Kirchenrätin und nun Geschäftsleitungsmitglied der Aargauer Kirche, von welcher sie auch nominiert wurde. Der Anstoss zur Kandidatur hingegen kam bei beiden Frauen von Seiten von Frauenvereinigungen. Brändlin wurde vom Ausschuss der Frauenkonferenz des Kirchenbundes angefragt, Wagner-Salathe vom Verein der aktiven und ehemaligen Kirchenratspräsidentinnen.

Beide halten Kandidatur aufrecht

Mit der Zweierkandidatur bietet sich dem Parlament des Kirchenbundes wieder einmal eine Auswahl für dieses Amt. In den letzten Jahren wurden die zur Wahl stehenden Einzelkandidaten durchgewunken. Umso erstaunlicher, dass keine der Frauen zu Gunsten der anderen auf ihre Kandidatur verzichtete. Wagner-Salathe betont auf Anfrage den Sinn des Zweiertickets: «Eine wirkliche Wahl wertet das Amt auf.» Brändlin sieht das genauso: «Diese Ausgangslage stärkt den Rat.» Ein Rückzieher kam für sie aber noch aus einem anderen Grund nicht in Frage: «Es ist Zeit für eine Verjüngung des Rates.»

Brändlin sieht grosses Potenzial in der Kirchenentwicklung und will sie bei der Revidierung der Kirchenverfassung vorantreiben: «Ich will mithelfen, dass wir eine starke reformierte Kirche Schweiz bekommen.» Wagner-Salathe sieht ihre Stärken in ihrer Erfahrung  mit den Strukturprozessen der Baselbieter Kirche: «Ich würde diese Erkenntnisse gerne gesamtschweizerisch einbringen.» Abhängen wird die Wahl also unter anderem auch davon, welchen Aspekt die AV höher gewichtet. Die Wahl am Montag nehmen die Frauen jedenfalls sportlich. «Wir sind beide kompetente Frauen. Es kommt auf alle Fälle eine gute Frau in den Rat hinein», hebt Wagner-Salathe hervor.