Japan
Adieu «Kotztüte»
Reisen gehört zu den schönsten Erfahrungen im Leben – solange man nicht von der Reisekrankheit betroffen ist. Die malerische Fahrt durch die Serpentinen kann schnell zur Tortur werden, wenn im Magen ein flaues Gefühl aufsteigt. Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit gehören zu den gefürchteten Symptomen der verbreiteten Krankheit.
Forschende der japanischen Universität Nagoya wollen nun ein Mittel gegen diese Geissel der Menschheit gefunden haben: Das Lauschen eines 100-Hertz-Tons soll die fiesen Symptome innert kürzester Zeit zum Verschwinden bringen.
Dazu setzten die Wissenschaftler rund 80 Probanden einem besonderen Härtetest aus: Sie liessen sie in Autos, Schaukeln und Fahrsimulatoren einen Text vorlesen – eine Situation, die üblicherweise die Reisekrankheit auslöst. Zuvor wurde ein Teil der Testpersonen eine Minute lang mit einem 100-Hertz-Ton beschallt. Das Ergebnis: Die Personen, die den Ton gehört hatten, litten deutlich weniger unter Gleichgewichtsstörungen und Übelkeit.
Die Forschenden gehen davon aus, dass die Schwingungen des Tons winzige Kristalle im Innenohr – die sogenannten Ohrsteinchen – in Bewegung setzen, wie es in einer Pressemitteilung heisst. Dies könnte dem Gehirn helfen, widersprüchliche Sinneseindrücke besser auszugleichen – und damit verhindern, dass diese zu Schwindel und Übelkeit führen.
In einem weiteren Schritt wollen die Wissenschaftler nun die Methode in der Praxis erproben. Die berüchtigte «Kotztüte» könnte damit bald der Vergangenheit angehören.