Feministische Theologin aus Westtimor erhält Sylvia-Michel-Preis

Der internationale Sylvia-Michel-Preis geht dieses Jahr an die indonesische Theologin Mery Kolimon. In ihrem Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen habe sie eindrucksvollen Mut bewiesen.


Mery Kolimon habe durch ihr Vorbild Frauen weltweit dazu ermutigt, Leitungsfunktionen in Kirchen zu übernehmen, heisst es in einer Mitteilung der Reformierten Landeskirche Aargau vom 5. März. Der Preis wurde am 4. März während eines Gottesdienstes im aargauischen Bremgarten verliehen. Kolimon ist die fünfte Preisträgerin des internationalen Sylvia Michel-Preises zur Förderung von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen.

Erste Frau in Leitungsfunktion

Die 1972 in Westtimor geborene Theologin studierte in den Niederlanden. Seit 2015 ist sie Präsidentin der Evangelischen Kirche von Timor, der zweitgrössten protestantischen Kirche in Indonesien. Kolimon ist dort die erste Frau in einer Leitungsfunktion.

Kolimon setzt sich seit Jahren für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und gegen die Diskriminierung von Frauen ein. Unter anderem baute sie ein Netzwerk für Frauen auf und führte theologische Forschungsprojekte mit jungen Theologinnen durch.

Preis erinnert an erste Präsidentin der Aargauer Landeskirche

Der internationale Sylvia-Michel-Preis wird seit 2009 von den Präsidentinnen der Reformierten Landeskirchen der Schweiz zusammen mit der Weltgemeinschaft Reformierter Kirche vergeben. Das Preisgeld von 5’000 US-Dollar stiftet die Reformierte Landeskirche Aargau. Der Name des Preises geht zurück auf Pfarrerin Sylvia Michel, die 1980 erste Präsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau wurde. (no)