EVP warnt vor Genozid im Bergkarabach-Konflikt

Die EVP fordert Bundesrat Ignazio Cassis in einem offenen Brief dazu auf, das Kriegstreiben in Bergkarabach zu verurteilen und ein Ende der Agressionen zu verlangen. Es drohe ein neuer Genozid an der armenischen Bevölkerung.


Die Angriffe gegen das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Bergkarabach zeigen laut der EVP ähnliche Anzeichen wie der Völkermord an armenischen Christen durch die Türkei von 1915 bis 1923 sowie die ethnischen Säuberungen an den Armeniern durch Aserbeidschan in den 90er Jahren. Das schreibt die Partei am 12. Oktober in einem offenen Brief  an Aussenminister Ignazio Cassis.

Die EVP fordert den Bundesrat darin auf, das Kriegstreiben in Bergkarabach zu verurteilen und jeglichen Export von Kriegsmaterial an die anti-armenische Koalition zu verbieten. Auch müsse die humanitäre Hilfe für die Region beschleunigt werden. «Wegschauen und Schweigen ist der Schweiz unwürdig und entspricht nicht ihrer humanitären Tradition», heisst es in dem Schreiben.

Waffenruhe hielt nur kurz

Der Konflikt der beiden Länder um das Gebiet Bergkarabach schwelt seit rund dreissig Jahren. Ende September eskalierte die Situation, als die aserbeidschanische Armee die Hauptstadt Stepanakert mit Raketen beschoss. Umgekehrt wirft Aserbeidschan Armenien vor, ebenfalls zivile Ziele angegriffen zu haben. Eine im Oktober vereinbarte Waffenruhe wurde bereits kurz nach Inkrafttreten gebrochen. (no)