Mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz
Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt beim Klimaschutz auf mehr Eigenverantwortung. Bei der Tagung der Synode in Magdeburg drängten am Dienstag Vertreterinnen und Vertreter darauf, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Es mangle in allen gesellschaftlichen Bereichen am Willen zur Umsetzung der Klimaschutzziele, sagte die EKD-Beauftragte für Schöpfungsverantwortung, Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Bei der Diskussion ging es um die Klimaschutzrichtlinie, mit der sich die Kirche bis 2045 zur Klimaneutralität verpflichtet. Die Synode forderte im vergangenen Jahr sogar, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein. Die Richtlinie sei ein «Minimalkompromiss», dem alle Landeskirchen zugestimmt hätten, sagte Kühnbaum-Schmidt, die Bischöfin der Nordkirche ist. Niemand sei daran gehindert, ehrgeiziger zu sein, fügte sie hinzu.
Die EKD suchte zudem das Gespräch mit der Bewegung «Letzte Generation», die wegen ihrer Strassenblockaden und Lebensmittelattacken auf Kunstwerke umstritten ist. Bei einer Rede vor den 128 Delegierten verteidigte die
Klimaaktivistin Aimée van Baalen das Vorgehen der Bewegung. Menschen
setzten ihre körperliche Unversehrtheit, ihre berufliche und familiäre Zukunft sowie ihren Alltag aufs Spiel, «weil alle anderen Protestformen erschöpft wurden», sagte van Baalen. Sie forderte die Kirche zur Solidarität auf, was von der Mehrheit der Synodalen mit stehendem Applaus beantwortet wurde. (epd/pef)