Wie eine solche Behörde aussehen könnte, zeigt die EVB auf einer am Montag aufgeschalteten Webseite namens «Rohstoffmarktaufsicht Schweiz» (www.rohma.ch). Die fiktive Webseite sieht in Aufmachung und Gestaltung wie jene der real existierenden Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) aus.
Statt von ihrem Rohstoff-Reichtum zu profitieren litten viele Entwicklungsländer durch mehr Korruption, Ungleichheit und Konflikte unter diesem Reichtum, stellt die EVB fest. Die Schweiz sei der weltweit wichtigste Rohstoffplatz und trage deshalb massgeblich zu diesem «Rohstoff-Fluch» bei. Gemäss der Entwicklungsorganisation leben heute 69 Prozent der Menschen in extremer Armut in rohstoffreichen Entwicklungsländern.
Garantin eines verantwortlichen Rohstoffplatzes
Deshalb brauche es jetzt eine «Rohstoffmarktaufsicht Schweiz» (Rohma), wie es sie beispielsweise für den Finanzmarkt mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) bereits gibt, meint die EVB. Die Rohma könnte «Garantin eines verantwortlichen und wettbewerbsfähigen» Rohstoffplatzes Schweiz sein, welcher mithelfe, dass die Förderländer ihren Reichtum auch wirklich zum Wohl ihrer Bevölkerungen nutzen könnten.
Firmen, die Rohstoffe fördern oder damit handeln, so der Vorschlag der EVB, würden von der Rohma lizensiert und beaufsichtigt. Goldraffinerien würden ebenfalls der Rohma unterstehen.
Mit ihrem Vorschlag will die Erklärung von Bern darauf aufmerksam machen, dass man sich heute in der Schweiz der Risiken der Rohstoffbranche zwar bewusst sei, jedoch die realen Probleme verdränge und bisher vergeblich auf überzeugende Lösungsvorschläge gewartet habe.
Im März 2013 hat der Bundesrat einen «Grundlagenbericht Rohstoffe» veröffentlicht. Darin spricht er sich für einen Verzicht auf eine Regulierung der Rohstoffbranche aus. Die Kampagne «Recht ohne Grenzen» hatte diesen Bericht damals als ungenügend taxiert.