EKS-Synode

Kirchen stärken ihrem Hilfswerk den Rücken

Zum Abschluss der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) haben die Synodalen Mitglieder für Stiftungsräte gewählt. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) stand im Fokus.

Beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) haben sich Rechtsberatungen von Asylsuchenden in der Region Nordwestschweiz mutmasslich verzögert. Das Heks hat dazu interne Untersuchungen eingeleitet. In zwei Wochen sollten deren Ergebnisse vorliegen, sagte Heks-Stiftungsratspräsident Walter Schmid. 

Die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) bestätigten Schmid an ihrer Sommersynode in Olten als Präsident des Stiftungsrates für eine weitere Amtszeit und wählten auch alle anderen vorgeschlagenen Mitglieder einstimmig in den Stiftungsrat. 

Schmid: Prozessieren ist «legitim»

Schmid bezog auch Position zur Klage, die indonesische Klimaaktivisten gegen den Zementkonzern Holcim führen (ref.ch berichtete). «Heks ist nicht Klägerin, sondern wir unterstützen vier Fischer in ihrer Klage vor dem Bezirksgericht in Zug», sagte Schmid. 
Der Klimawandel beschäftige die Welt, und der Umgang damit und dessen Folgen gehörten auch zu den Arbeitsschwerpunkten des Heks. 

«Es geht um die einfache Frage, ob Geschädigte aus dem globalen Süden Entschädigungsansprüche vor Gerichten im Norden geltend machen können», sagte Schmid. Die Klärung dieser Rechtsfrage sei von allgemeinem Interesse. «Ein Gericht anzurufen, ist legitim und kein ungebührlicher Akt.» 

Synodale kritisieren und loben

Dieses Engagement des Heks kommt nicht überall gut an. Die Kirche gewinne nicht, wenn sie politisch Stellung beziehe, sagte sinngemäss Pfarrerin Karin von Zimmermann, Synodale für die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Sie sprach von einer «PR-Aktion», welche die gute Arbeit des Heks nicht aufs Spiel setzen dürfe. «Wir sollten in alle Richtungen gesprächsbereit sein und die Brücken zur Wirtschaft nicht abreissen.»

Er gelte durchaus als wirtschaftsfreundlich, sagte Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel Stadt. Er begrüsse die Klage dennoch. «Ich finde es lobenswert, dass wir ausprobieren, was Menschen vor Gericht erreichen können.»

Weiter genehmigten die Synodalen den Finanz- sowie den Jahresbericht des Heks und nahmen einen Bericht zum Dialogprojekt zur Kenntnis. Seit der Fusion mit «Brot für alle» befinde sich das Heks in einer Transformation, sagte Lilian Bachmann, Synodalratspräsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche Luzern und als EKS-Rätin zuständig für das Ressort «Öffentlichkeit und Werke». 

Befürchtungen, dass die Hilfswerke nach der Fusion weniger Geld einnehmen, hätten sich bisher nicht bewahrheitet. Die Doppelspender seien mit vergleichbaren Spendenhöhen erhalten geblieben, sagte Bachmann. Das vergangene Jahr habe aber aufgrund des Krieges in der Ukraine aussergewöhnlich viele Spenden generiert. Die Entwicklung gelte es im Auge zu behalten. 

Im Übrigen seien auch die Kirchen gefordert, sich verändernden Herausforderungen zu stellen. Dialog bedeute, einander zuzuhören und miteinander im Austausch zu stehen. Dieser ist aus Sicht der Werke nicht abgeschlossen, sondern soll fortgeführt werden. Bachmann sprach deshalb von einem «Zwischenbericht» und nicht von einem «Schlussbericht». 

Zudem wählten die Synodalen ihre Vizepräsidentin, Catherine Berger, in den Stiftungsrat der Stiftung «Fondia». Berger nimmt mindestens Einsitz für der Rest der Amtsdauer von 2023 bis 2026.