Deutschland
ZDF nimmt kirchenkritischen Beitrag offline
Nach zahlreichen Programmbeschwerden hat das ZDF einen Beitrag der Kindernachrichtensendung «logo!» über die christlichen Kirchen aus dem Archiv genommen. Die Redaktion bedauere sehr, dass die Sendung bei Zuschauern «zu Irritation, Verärgerung oder dem Gefühl mangelnder Ausgewogenheit geführt hat», heisst es im Antwortschreiben von ZDF-Intendant Norbert Himmler an die christliche Medieninitiative «Pro» und an weitere Beschwerdeführer.
Eine inhaltliche Verknüpfung eines positiv formulierten Beitrags über den islamischen Fastenmonat Ramadan mit dem direkt folgenden, negativ gehaltenen Beitrag über die Kirchen sei «planerisch nicht beabsichtigt» gewesen.
Der «logo!»-Beitrag vom 19. März thematisierte den Mitgliederrückgang der Kirchen. In einem historischen Rückblick wurden die einst verbreitete Angst vor der Hölle, mittelalterlicher Ablasshandel und Missbrauchsverbrechen der jüngeren Zeit erwähnt. «Obwohl der Text vor der Veröffentlichung von zwei externen Experten geprüft wurde, kommt die Redaktion rückblickend zu dem Schluss, dass ein komplexes Thema in diesem Fall durch die kurze Darstellung und das Weglassen zentraler Aspekte nicht angemessen dargestellt wurde», heisst es in dem Schreiben Himmlers weiter.
Die internen Arbeitsabläufe sollten nun überprüft werden, um «planerische Unausgewogenheiten» künftig zu verhindern, kündigte Himmler an. Zugleich verwies er darauf, dass die «logo!»-Kindernachrichten regelmässig auch über positive kirchliche Aktivitäten berichteten.
«Pro»-Geschäftsführer Christoph Irion erklärte, er nehme die Antwort des Intendanten «mit Respekt zur Kenntnis», bestehe aber dennoch auf einer förmlichen Befassung des ZDF-Fernsehrats mit der Beschwerde. (epd/ eba)