Kolonialismus
Ahnenbild kehrt nach 250 Jahren zu den Maori zurück
Die Universität Tübingen gibt ein kunstvoll geschnitztes Ahnenbild an die Maori in Neuseeland zurück. Es werde am 29. März an eine Delegation der Maori-Gemeinschaft «Te
Aitanga-a-Hauiti» übergeben, teilte die Universität mit.
Der britische Seefahrer James Cook hatte die Ahnentafel vor gut 250 Jahren nach Europa gebracht. Das «Pou der Hinematioro» genannte Bild verkörpert die Herrscherin Hinematioro, die den Angaben zufolge in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebte.
Die rund einen Meter hohe Tafel ermöglichte den Maori eine spirituelle Verbindung zu ihren Ahnen. «Die gute Erhaltung und die Verbindung der Gemeinschaft zu der Ahnentafel über Kontinente und Jahrhunderte hinweg machen es einzigartig», heisst es in der Mitteilung.
James Cook landete mit seinem Schiff «Endeavour» im Oktober 1769 in Neuseeland, 1771 brachte er das Bild nach London. Von dort gelangte es über Umwege und einen Privatsammler in Wien 1937 in die Ethnologische Sammlung der Uni Tübingen. Dort entdeckte der Kustos der Ethnologischen Sammlung, Volker Harms, die Tafel in den 1990er
Jahren wieder. Er erforschte die Herkunft und nahm Kontakt nach Neuseeland auf.
2008 reiste eine Delegation der Te Aitanga-a-Hauiti nach Tübingen. 2019 beschlossen beide Seiten eine mehrmonatige Leihgabe nach Neuseeland. 2024 stellte die neuseeländische Regierung ein formales Restitutionsbegehren. (epd/ gab)