CVP fordert bessere Voraussetzungen für Freiwilligenarbeit

Den Menschen in der Schweiz soll es erleichtert werden, sich freiwillig und ehrenamtlich für die Gesellschaft zu engagieren. Die CVP Schweiz fordert in einem Thesenpapier Verbesserungen in mehreren Punkten.


Rund 700 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit würden pro Jahr in der Schweiz geleistet, schreibt die CVP zu einem am 5. Dezember in Bern vorgestellten Thesenpapier. Doch die Bindung an Vereine sinke, und Interessenverbände und Parteien verlören Mitglieder.

Gründe dafür sieht die CVP unter anderem in zu hohen bürokratischen Hürden: Wer einen Anlass durchführen wolle, müsse verschiedenste Bewilligungen oder auch Ausbildungsnachweise vorlegen. Diesen Aufwand gelte es zu vermindern.

Weiter verlangt die CVP eine konsequente Förderung des Vereinswesens, etwa indem Gemeinden Infrastrukturen zur Verfügung stellen und Defizitgarantien übernehmen. Auch sollen Vereine bei der Gestaltung des Gemeindelebens und der Gemeindepolitik mitreden können. Vereine sollen Möglichkeiten erhalten, sich Zugewanderten vorzustellen. «Freiwilligenarbeit dient der Integration von Migrantinnen und Migranten», schreibt die CVP dazu.

Ansetzen will die CVP auch in der Schule. Kindern soll freiwilliges Engagement und dessen Wert vermittelt werden. Arbeitgeber ruft die CVP auf, ihren Angestellten zu ermöglichen, sich ehrenamtlich zu engagieren für Politik und Gesellschaft.

Plädoyer für Milizsystem

Einer Bürgerpflicht zu freiwilligem Engagement steht die CVP nach eigenen Worten kritisch gegenüber – sie plädiert für das Milizsystem: «Freiwillig muss freiwillig bleiben.»

Das Thesenpapier erstellte die CVP zusammen mit Vertretern und Vertreterinnen mehrerer Verbände. Darunter sind das Schweizerische Rote Kreuz, Swiss Olympic, der Schweizerische Studentenverein, die Schneesportinitiative und der Katholische Frauenbund. (sda/bat)