Brandkatastrophe in Crans-Montana

Hunderte trauern in Lutry um die Opfer

Vor einem Monat kam es in Crans-Montana zur Brandkatastrophe. In Lutry nahmen mehrere Hundert Menschen an einem Trauermarsch teil. Ein weiteres Brandopfer aus der Gemeinde im Kanton Waadt erlag derweil seinen Verletzungen.

Einen Monat ist die Neujahrsnacht her, und damit auch eine der schwersten Brandkatastrophen in der Schweiz. Beim Flammeninferno in der Bar «Le Constellation» kamen zunächst 40 Menschen ums Leben und 116 weitere wurden grösstenteils schwer verletzt. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Jugendliche. Am Wochenende stieg die Zahl der Todesopfer auf 41. Ein 18-Jähriger aus Lutry erlag im Universitätsspital Zürich seinen Verletzungen, wie die Walliser Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Gemeinde aus dem Kanton Waadt wurde bei der Brandkatastrophe besonders schwer getroffen. Auch sieben Jugendliche, die im örtlichen Fussballclub spielten, verloren ihr Leben. Am Samstagnachmittag, noch vor Bekanntwerden des weiteren Todesfalls, trafen sich mehrere hundert Menschen in Lutry, um der Opfer zu gedenken.

Angehörige der Verstorbenen versammelten sich hinter einem grossen weissen Banner mit der Aufschrift «Hommage aux victimes de Crans-Montana. Justice et vérité» («Gedenken an die Opfer von Crans-Montana. Gerechtigkeit und Wahrheit») in schwarzen Buchstaben.

Vor Dutzenden Schweizer und internationalen Medien ergriffen Eltern der Verstorbenen nacheinander das Wort. «Wir stehen nicht vor Ihnen, um ins Rampenlicht zu treten. Licht muss auf Gerechtigkeit und Wahrheit fallen», sagte eine Mutter, die ihren Sohn verloren hatte.

«Heute bin ich Mutter von 156 Kindern», sagte ein anderes Elternteil auf Italienisch in Anspielung auf die Zahl der Opfer der Tragödie. Seine Botschaft: «Nie wieder».

In der Folge zogen die Trauernden durch die Strassen von Lutry. Im Laufe des Trauermarsches schlossen sich demnach viele Menschen an. Schätzungsweise tausend Personen waren schliesslich daran beteiligt.

Sie waren angeführt von der Organisatorin der Veranstaltung, die den Opfern nahesteht. Sie hielt ein Schild mit der Aufschrift «Ihr seid nicht allein» in den Händen. Zahlreiche Menschen trugen Rosen. (sda/ eba)

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