Bundesrat will keine Feiern zum Reformationsjubiläum organisieren

Der Bundesrat erachtet es nicht als seine Aufgabe, zu «500 Jahre Reformation» Feiern durchzuführen. Er übe hier Zurückhaltung, denn die Beziehung zwischen Kirchen und Staat liege bei den Kantonen.


Der Bundesrat hat am 26. Februar schriftlich eine Interpellation von EVP-Nationalrätin Maja Ingold beantwortet. Die Interpellantin wollte vom Bundesrat wissen, wie das Reformationsjubiläum «gewinnbringend für die Schweizer Bevölkerung» zu nutzen sei und wie ein übergeordnetes Engagement des Bundes aussehe.

Der Bundesrat hat in seiner Antwort nur wenige Zeilen für das Thema übrig: Er sei sich zwar bewusst, «dass die religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Bewegungen, die die Reformatoren durch ihre Predigten, ihre Schriften und ihr Wirken ausgelöst haben, die Entwicklung und die Gestaltung der heutigen Schweiz nachhaltig beeinflusst haben».

Der Bund habe in den vergangenen Jahren aber nur mit Zurückhaltung Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen durchgeführt. Der Bundesrat sehe daher nicht vor, «Feierlichkeiten zum Gedächtnis an die Reformation oder an andere Ereignisse im Zusammenhang mit den Reformatoren Jean Calvin und Huldrych Zwingli zu initiieren».

Die Beziehung zwischen Kirche und Staat sei in der Zuständigkeit der Kantone. Auf Ersuchen der Kantone wäre der Bundesrat aber bereit, «eine allfällige Unterstützung zu prüfen, allerdings nur im Rahmen einer koordinierenden Rolle des Bundes».