Bundesrätin Karin Keller-Sutter besucht Lehrbetrieb für Flüchtlinge

Dank der Integrationsvorlehre können Flüchtlinge in der Schweiz in die Arbeitswelt hineinschnuppern. Nach einem Besuch äusserte sich Justizministerin Karin Keller-Sutter zufrieden mit dem Konzept.


Seit knapp einem Jahr können Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in der Schweiz eine Integrationsvorlehre absolvieren. Am 27. Mai besuchten Justizministerin Karin Keller-Sutter und die Berner Erziehungsdirektorin Christine Häsler die Hegg Spenglerei AG im Kanton Bern, bei der zwei junge Männer in diesem Ausbildungsprogramm sind.

Ziel des Pilotprogramms ist, die berufliche Integration zu verbessern. Rund 700 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene sind zurzeit in einer solchen Lehre. Zwölf Branchen- und Berufsverbände in 18 Kantonen machen beim Programm mit.

Arbeitsalltag kennenlernen

Geboten wird eine einjährige Lehre, in der die Absolventinnen und Absolventen berufsspezifische Sprachkenntnisse erwerben, den Arbeitsalltag in der Schweiz kennenlernen und sich erste berufliche Kenntnisse aneignen. Die Vorlehre soll Grundlage für eine ordentliche Berufslehre sein.

Einer dieser Lehrlinge ist der Eritreer Solomon Aklilu, der bei der Hegg Spenglerei AG arbeitet. Er sagte gegenüber Keystone-SDA, die Vorlehre erleichtere nicht nur den Einstieg in eine Lehre, sondern sei auch Gelegenheit, die Mundart zu lernen, die auf den Baustellen gesprochen werde.

Gute Rückmeldungen

Zweck der Ausbildung ist laut Karin Keller-Sutter, dass die jungen Leute in eine ordentliche Lehre kommen, den Berufseinstieg schaffen, arbeiten und für sich selber sorgen könnten.

Keller-Sutter lobte die Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Betrieben. Für die Wirtschaft und die KMU-Betriebe sei es nicht ganz einfach, mit Menschen aus fremden Kulturkreisen zu arbeiten. «Aber wir bekommen hier gute Rückmeldungen.»

Ausweitung geplant

Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) begannen im August 2018 im Kanton Bern 105 Lernende aus 16 Ländern in 80 Betrieben eine Integrationsvorlehre; sie waren 15- bis 34-jährig. Zwei Drittel von ihnen konnten bisher einen Lehrvertrag abschliessen. Ab August 2019 werden weitere Betriebe gesucht, in denen Geflüchtete Integrationsvorlehren absolvieren können.

Seit 2018 gibt es die Integrationsvorlehre für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Der Bundesrat will das Programm ab 2021 auf junge Zuwanderer ausserhalb des Asylbereichs ausweiten. Gleichzeitig sollen die Integrationsvorlehren auf die Berufsfelder Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Pflege ausgeweitet werden. (sda/bat)