Evangelischer Kirchentag in Hannover

Bundeskanzler Olaf Scholz warnt vor Schwarzmalerei

Am Evangelischen Kirchentag in Hannover hat der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz den Beitrag der Kirchen für den Zusammenhalt der Gesellschaft gewürdigt. Die Hauptbotschaft des Christentums bestehe darin, nicht nur an sich selbst zu denken.

Der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat vor einer verbreiteten Schwarzmalerei gewarnt. «Wir können ohne Zuversicht gar nicht leben» sagte Scholz unter grossem Applaus auf dem 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Obwohl er selbst keiner Kirche angehöre, schätze er den Beitrag der Kirchen für den Zusammenhalt der Gesellschaft sehr.

Scholz sagte: «Eine Gesellschaft, in der sich diejenigen, die in ein Restaurant gehen, als etwas Besseres empfinden als diejenigen, die das Essen herstellen und an den Tisch bringen, ist eine Gesellschaft, die nicht gut funktionieren kann.»

Heute stünden allen Menschen viele verschiedene Lebenswege offen, das sei ganz anders als etwa in den 1950er Jahren. Manche seien angesichts der Veränderungen durch die Globalisierung und das wirtschaftliche Wachstum überall auf der Welt verführt, mit Gewalt die Zustände «von früher» wiederherzustellen. Das werde aber nie gelingen. Man müsse stattdessen etwas dafür tun, dass Menschen wieder Zuversicht empfänden.

Die wichtigste Entdeckung des Christentums sei, dass wir «nicht nur an uns selber denken», fügte Scholz hinzu. Es ginge darum, sich «im anderen wiederzuerkennen». Scholz: «Wir sind Teil einer sehr grossen Menschheit.»

Der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag findet bis Sonntag in Hannover statt. Das fünftägige Treffen steht unter der Losung «mutig – stark – beherzt». (epd/ pef)

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