Asylpolitik

Bund schliesst neun temporäre Bundesasylzentren

Bis Anfang März sollen schweizweit neun temporäre Bundesasylzentren mit insgesamt 1735 Unterbringungsplätzen geschlossen werden. Der Bund erhofft sich davon Einsparungen in Millionenhöhe.

Laut dem Schweizerischen Staatssekretariat für Migration (SEM) sind die Asylzahlen im laufenden Herbst deutlich tiefer ausgefallen als erwartet. Im August wurden demnach 23 Prozent weniger Gesuche eingereicht als im Vorjahr, im September gar 40 Prozent weniger.

Aus diesem Grund will der Bund bis Anfang März insgesamt neun temporäre Bundesasylzentren (BAZ) schliessen. Dabei seien Einsparungen in der Höhe von rund 40 Millionen Schweizer Franken pro Jahr möglich, wie das SEM auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.

Die Auslastung der Bundesasylzentren betrage derzeit gesamtschweizerisch 51 Prozent. Die Situation auf den Migrationsrouten in Richtung Westeuropa deute zudem nicht auf einen sprunghaften Anstieg in den nächsten Monaten hin.

Mit der Schliessung der Unterkünfte beginne der Bund ab Ende Januar 2025. Betroffen seien rund 200 Mitarbeitende. Sie arbeiten für vom SEM mandatierte Dienstleister. Wie viele von ihnen an anderen Standorten weiterbeschäftigt werden, sei noch in Prüfung.

Die betroffenen Unterkünfte befinden sich in acht verschiedenen Kantonen. Nach der Schliessung der neun temporären BAZ-Standorte stünden dem SEM ab Anfang März somit rund 7000 Plätze zur Unterbringung von Asyl- und Schutzsuchenden zur Verfügung.

Diese Zahl könne bei einem plötzlichen, starken Anstieg der Asylgesuche in Zusammenarbeit mit der Armee und den Kantonen jedoch «bedarfsabhängig wieder erhöht werden». Das SEM beobachte die Situation laufend. (sda/ no)