Klare Mehrheit

Britische Methodisten sagen Ja zur gleich­geschlechtlichen Ehe

Die methodistische Kirche in Grossbritannien will künftig gleichgeschlechtliche Eheschliessungen zulassen. Dies sei ein «monumentaler Schritt auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Inklusion», sagen die Befürworter.

Mit 254 Ja- zu 46 Nein-Stimmen sprach sich die Konferenz der britischen Methodisten-Kirche am Mittwoch deutlich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Bereits ab Herbst sollen sich homosexuelle Paare in den Räumlichkeiten der Kirche das Ja-Wort geben dürfen, wie die Nachrichtenagentur AP am 30. Juni berichtete.

Die methodistische Kirche, die als Reformbewegung zum Anglikanismus im 18. Jahrhundert in England entstand, hat in Grossbritannien rund 164’000 Mitglieder und ist damit die viertgrösste christliche Konfession im Vereinigten Königreich.

Umgang mit Homosexualität spaltet die Kirche

Die Initiative «Dignity & Worth» («Würde und Wert»), die sich für die Änderung einsetzte, bezeichnete die Entscheidung als «monumentalen Schritt auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Inklusion». Die grösste Kirche im Land, die anglikanische Church of England, erlaubt bislang keine gleichgeschlechtlichen Hochzeiten in ihren Kirchengebäuden oder durch ihre Priester.

In der weltweiten Vereinigten Methodistenkirche führt das Thema Homosexualität seit Jahrzehnten zu Kontroversen. Zum Eklat kam es 2019, als die Generalkonferenz beschloss, an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber «praktizierter Homosexualität» und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften festzuhalten. Seither steht auch eine Spaltung der Kirche im Raum (ref.ch berichtete). (sda/dpa/no)