Solothurn
Für Brandstiftung in Kirche zu mehrjähriger Haft verurteilt
Im September 2023 brannten Kirchenbänke in der katholischen Kirche in Laupersdorf (SO). Gleichentags gingen in einem Nachbardorf Autos eines Occasionshändlers in Flammen auf. Die Polizei nahm innert Stunden den mutmasslichen Täter fest.
Im Rahmen der Strafuntersuchung gab der Mann zu, nachts in der Kirche Benzin ausgekippt und angezündet zu haben. Der Brand konnte unter Kontrolle gebracht werden, der Sachschaden wurde auf 200'000 Franken geschätzt. Vor Gericht stritt der Mann ab, auch beim Autohandel Feuer gelegt zu haben. Der Schaden dort beläuft sich auf 120'000 Franken.
Gegenüber dem Lokalsender Tele M1 sagte die Staatsanwältin, sie fordere eine Freiheitsstrafe von 73 Monaten. Die Verteidigung dagegen hielt 30 Monate für angemessen. Der Präsident der Kirchgemeinde Laupersdorf sagte dem Lokalfernsehen, man habe den Schaden beheben können und er sei froh, dass der Mann geständig sei. «Das Urteil ist mir eigentlich egal», sagte er.
Laut der Solothurner Zeitung hat das zuständige Amtsgericht den Täter wegen mehrfacher Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Das Tatmotiv allerdings blieb bis zum Ende des Verfahrens unklar. Es könnte ein Zusammenhang bestehen mit der kombinierten Persönlichkeitsstörung, die beim Täter im Rahmen eines Gutachtens diagnostiziert wurde.
Aufgrund der psychischen Störung und der deshalb attestierten erheblichen Rückfallgefahr werde die Freiheitsstrafe aufgeschoben zu Gunsten einer stationären Massnahme in einer geschlossenen Abteilung, schreibt die Zeitung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann an die nächsthöhere Instanz weitergezogen werden. (dst)