Kunst
Bronzeplastiken von Friedhöfen gestohlen
Professor Heinrich Drake war Künstler. Als er starb, wurde er auf einem Friedhof des Berliner Stadtteils Tempelhof begraben. Seinen Grabstein ziert eine Skulptur, die Drake selbst geschaffen hat: Eine nackte Frauenfigur, die sitzt, sich auf einen Ellbogen stützt und sich den anderen Arm vors Gesicht hält.
Die Figur ist anfang Februar gestohlen worden. Die Berliner Polizei kennt die Masse – 70 Zentimeter breit, ein Meter lang –, denn «Die Liegende» ist aktenkundig, seit sie 1996 das erste Mal gestohlen worden war. «Nach Presseveröffentlichungen war damals ein Zeugenhinweis eingegangen», schreibt die Polizei. Man habe die Skulptur gefunden und zurückgebracht.
Auf solch einen Erfolg hofft die Polizei jetzt auch wieder, denn: In Berlin sind in den vergangenen Monaten mehrere Bronzeskulpturen von Friedhöfen und aus Grünanlagen gestohlen worden. Man hoffe insbesondere auf Informationen von Kunst- und Altmetallhändlern sowie von privaten Kunstsammlern, teilte das Berliner Landeskriminalamt mit. Zudem sollten weitere fehlende Skulpturen gemeldet werden, sollte dies noch nicht geschehen sein.
Die Polizei listete in ihrem Aufruf sechs Beispiele von Bronzeskulpturen auf, die seit November gestohlen wurden. Darunter ein Ernst-Thälmann-Kopf, eine rund 100 Kilogramm schwere Kirchenglocke sowie bis zu einem Meter grosse Plastiken wie die «Trauernde», die «Liegende», der «Knabe mit Tintenfisch» und das «ruhende Mädchen». (epd/ dst)