Brandanschlag auf Synagoge in Deutschland – Hakenkreuze in Rom

In Deutschland und in Italien ist es zu antijüdischen Aktionen gekommen. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der seit gut zwei Wochen andauernden israelischen Militäroffensive im palästinensischen Gazastreifen gegen Raketenangriffe der Hamas.

Gestern Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal, am 10. November 1938 der Brandanschlag auf die Synagoge in Siegen (Bild). Zuschauer verfolgen das Geschehen. Bild: Wikimedia/Magnus Manske

In Wuppertal im Westen Deutschlands schleuderten drei Männer in der Nacht zum Dienstag mehrere Molotowcocktails auf eine Synagoge. Sie hätten die Brandsätze auf den Eingang des Gebäudes in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) geworfen und seien dann geflüchtet, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger sei in der Nähe festgenommen worden, die beiden anderen konnten entkommen. Laut Polizei wurde niemand verletzt. Auch die Alte Synagoge in Essen – heute ein städtisches Kulturinstitut – war nach Angaben der nordrhein-westfälischen Polizei schon Ziel geplanter Aktionen. Vor einer Demonstration gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen vor rund zwei Wochen waren in Essen 14 Menschen vorläufig festgenommen worden. Die Polizei hatte sie in Verdacht, die Kundgebung zu einer Aktion gegen die Alte Synagoge nutzen zu wollen. Wenige Tage später nahm die Polizei vier Männer ins Visier, die über Facebook mit einer Aktion gegen das Gebäude gedroht hatten.

Hakenkreuze an jüdischen Geschäften

Die italienische Polizei und der Staatsschutz ermitteln gegen Personen, die Drohungen, antisemitische Parolen und Hakenkreuzen an Dutzende jüdische Geschäfte in Rom gesprüht haben. Wie die römische Zeitung «La Repubblica» am Dienstag berichtete, suchten die Beamten im Umfeld der extremen Rechten wie der extremen Linken nach den Tätern. Einige Schmierereien zeigten, dass die am Montag bemerkten Spray-Aktionen klar vor dem Hintergrund der israelischen Offensive im Gaza-Steifen stünden. Bürgermeister Ignazio Marino verurteilte die Hassparolen. Den Präsidenten der jüdischen Gemeinde, Riccardo Pacifici, erinnerten sie an Nazi-Aktionen gegen jüdische Geschäfte 1933 in Deutschland.