Berner Kirchen investieren in den Klimaschutz

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn schaffen einen neuen Fonds, um Kirchgemeinden beim Klimaschutz zu unterstützen. An der Synode entschieden sie ausserdem, eine Beratungsstelle «Leben und Sterben» aufzubauen.


Die Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sprach für den neuen Fonds für Klimaschutz eine halbe Million Franken. Das Geld soll an Kirchgemeinden gehen, die sich für den Klimaschutz engagieren, heisst es in einer Medienmitteilung vom 18. Dezember. Die Bestände der Fonds für Beratungen in Energie- und Umweltmanagement und zur Förderung von Solaranlagen auf kirchlichen Gebäuden werden im Gegenzug aufgelöst. Die noch vorhandenen Gelder fliessen in die Erfolgsrechnung 2019.

«Vieles unklar» bei geplanter Beratungsstelle

Zu reden gab an der Synode die geplante Beratungsstelle «Leben und Sterben». Sie soll bei Fragen rund um Leben und Tod zur Verfügung stehen und Menschen in der letzten Lebensphase bei schwierigen Entscheidungen unterstützen. Das Projekt entstand im Rahmen des Kirchenfestes zur Vision Kirche 21. Damals wurden mit einer Kollekte 53’000 Franken dafür gesammelt.

An der Synode beantragte der Synodalrat nun einen zusätzlichen Verpflichtungskredit von 324‘000 Franken. Die Geschäftsprüfungskommission und die Finanzkommission beantragten eine Rückweisung des Antrages, weil vieles noch unklar sei und die Beratungsstelle kaum selbsttragend sein werde. Die Befürworter entgegneten, dass es wichtig sei, dass die Kirche ein solches Angebot habe. Zudem sei die Kollekte zweckbestimmt gewesen. Schliesslich stimmte die Synode dem Kredit zu.

Nothilfe-Resolution angenommen

Umstritten war an der Synode auch der Kredit für die Berner Rechtsberatungsstelle. Diese unterstützt vor allem Menschen aus dem Asylbereich, die von Armut betroffen sind und die bei bestehenden Angeboten nicht die notwendige Unterstützung finden. Insbesondere hilft die Beratungsstelle bei Rekursverfahren nach einem negativen Asylentscheid. Dies wurde von einzelnen Synodalen kritisiert. Dem hielten andere entgegen, dass der Rekurs Teil des Rechtsstaates sei und nicht dazu diene, die Arbeit des Staates infrage zu stellen oder gar zu unterlaufen. Schliesslich genehmigte die Synode den Kredit von 120‘000 Franken.

Ausserdem wurde eine Resolution mit dem Titel «Hilfe in Not ist kein Verbrechen» angenommen. Bisher ist es strafbar, wenn jemand die Flucht in die Schweiz oder den rechtswidrigen Aufenthalt von Asylsuchenden fördert. Die Resolution will dies ändern. Denn der Auftrag der Kirche sei es, «Arme, Geflüchtete und Ausgestossene zu begleiten und Heimatlosen eine Heimat zu geben – unabhängig von deren aufenthaltsrechtlichen Status», so die Resolution.

Abschied und Rücktritt

Während der Synode wurde Martin Koelbing, langjähriger Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten des Kantons Bern verabschiedet. Zu seiner Pension hielt er fest, wie sehr ihn sein Amt begeistert habe. Zudem schätze er an der Kirche, dass sie immer wieder neu nach Gerechtigkeit suche. Denn dies sei nicht nur Aufgabe der Behörden. Weiter hat Synodalratspräsident Andreas Zeller seinen Rücktritt angekündigt (ref.ch berichtete).

Zum Schluss genehmigte die Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn das Budget 2020. (mos)