Berlinale: Ökumenische Jury zeichnet iranischen Film aus

Der iranische Filmemacher Mohammad Rasoulof macht in seinem neusten Film die Todesstrafe in seinem Heimatland zum Thema. Dafür wurde er in Berlin mit dem Goldenen Bären wie auch mit dem Preis der Ökumenischen Jury geehrt.


Der iranische Film «Sheytan vojud nadaradad (There Is No Evil/Es gibt kein Böses)» hat vergangene Woche an der Berlinale den Preis der Ökumenischen Jury erhalten. Der Film von Mohammad Rasoulof konfrontiere das Publikum «mit der verstörenden Wirklichkeit des politischen und juristischen Systems im Iran», erklärte die Jury.

Seinen Film drehte Rasoulof unter Ausnutzung der «Schlupflöcher» in diesem System: in vier Episoden, die einzeln als Kurzfilme unter den Namen seiner Regieassistenten angemeldet wurden. Und um Schlupflöcher, um gesellschaftliche Spielräume, geht es auch in den pointierten Geschichten über die elende Praxis der Todesstrafe, über Menschen, die sich schuldig machen – oder sich entziehen. Dafür erhielt Rasoulof auch den Goldenen Bären, den Hauptpreis der Berlinale.

An der Ausreise gehindert

Allerdings konnte Rasoulof nicht selbst an der Preisverleihung teilnehmen, weil er keine Reiseerlaubnis erhalten hatte. Die Ehrungen nahmen deshalb stellvertretend die Produzenten entgegen.

Die Ökumenische Jury zeichnet mit ihren Preisen seit 1992 Filmschaffende aus, die menschliches Verhalten zum Ausdruck bringen oder für spirituelle Werte sensibilisieren. Die Juroren werden über die kirchlichen Filmorganisationen «Interfilm» und «Siggis» entsandt. (epd/vbu)