Berlin

Pfarrerin «traute» vier Männer miteinander, Bischof distanziert sich

Eine Pfarrerin in Berlin segnete vier Männer in einer polyamorösen Verbindung. Die Landeskirche betont, dass es sich nicht um eine Trauung handelte und nimmt die Pfarrerin in Schutz.

Der Berliner Bischof hat sich von der als Trauung dargestellten Segnung von vier Männern durch eine Kreuzberger Pfarrerin distanziert. «Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz traut nur Paare, die standesamtlich verheiratet wurden. Vorwürfe von Polygamie in diesem Kontext sind gegenstands- und haltlos», erklärte der Bischof. Eine Pfarrerin hatte auf ihrem Instagram-Account öffentlich gemacht, dass sie im Sommer vier Männer im Rahmen einer «Polyhochzeit» miteinander «verheiratet» habe.

Die Kirche erklärte dazu, dass Trauungen und Hochzeiten «Formen sind, die zwei Menschen durch Gott segnen». Auch die zuständige Pröpstin unterstrich, dass evangelische Trauungen «die Ehe zweier liebender Menschen» segnen. Bei der Zeremonie habe es sich um eine kleine gottesdienstliche Zeremonie im Rahmen eines Pop-Up-Hochzeit-Festivals der Landeskirche gehandelt (ref.ch berichtete), erklärte die Pfarrerin in einem Gespräch mit der «Ostfriesen-Zeitung». Die vier Männer hätten sich zum Teil schon länger gekannt, in der polyamorösen Konstellation seien sie in diesem Jahr zusammen gekommen.

Der Vorfall sorgte in den sozialen Medien zu massiven Anfeindungen gegenüber der Pfarrerin. In einem weiteren Statement schreibt die Evangelische Kirche: «Wir sind entsetzt über den Hass, der ihr entgegenschlägt.» Man stehe an ihrer Seite und verurteile die Angriffe aufs Schärfste. Rechtliche Schritte behalte man sich vor. (epd/ gab)

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