Beleuchtete Synagogen erinnern an Pogromnacht

Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht werden die Synagogen in Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich heute nacht speziell beleuchtet.


Die Synagogen in Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich werden in der Nacht auf den 9. November mit einer Aussenbeleuchtung an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnern. Zudem finden in verschiedenen Städten Gedenkveranstaltungen statt.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 sowie in den darauf folgenden Tagen erreichte der Antisemitismus im Dritten Reich eine neue Dimension. Dabei setzten SA- und SS-Schlägertrupps über 1’400 Synagogen in Brand und verwüsteten Tausende von jüdischen Geschäften und Wohnungen. Es war der Anfang der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Juden.

Mahnmal für Gegenwart und Zukunft

Mit der Aktion will der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) das Gedenken an den grössten Völkermord der Geschichte wachhalten. «Die Reichspogromnacht und ihre Folgen sind ein Teil der europäischen und damit auch der Schweizer Geschichte», sagt Jonathan Kreutner, Generalsekretär des SIG. Auch angesichts neuer Brüche und einer wachsenden Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit in Europa sei es wichtig, die Erinnerung an die Ereignisse wachzuhalten. «Der Gedenktag ist ein Mahnmal für Gegenwart und Zukunft», sagt Kreutner.

Parallel zur Beleuchtung von Synagogen und Gebetshäusern finden in verschiedenen Städten Gedenkveranstaltungen statt. Da der 9. November auf den Beginn des Schabbats fällt, werden die Anlässe bereits einen Tag zuvor durchgeführt, wie der SIG mitteilt. (no)