Grossbritannien

Belastbare Hinweise auf christliche Wiederauflebung fehlen

Eine Studie der britischen Bibelgesellschaft stellte bei jungen Erwachsenen eine «leise Wiederbelebung» des Christentums fest. Das Pew Research Center widerspricht und kritisiert die Forschungsmethode.

Mit einem Bericht hatte die britische Bibelgesellschaft im Frühjahr 2025 für Aufsehen gesorgt: Sie stellte für England und Wales eine «leise Wiederbelebung» des Christentums fest, insbesondere bei jungen Erwachsenen. Laut dieser Untersuchung – basierend auf zwei YouGov-Umfragen von 2018 und 2024 – ist beispielsweise die monatliche Kirchenbeteiligung bei 18- bis 24-jährigen von 4 auf 16 Prozent gestiegen.

Das Forschungsinstitut Pew Research Center zweifelt aber an der empirischen Aussagekraft der Untersuchung. Die Resultate der britischen Bibelgesellschaft und weiteren Studien mit ähnlichen Ergebnissen würden auf sogenannten Opt-in-Umfragen beruhen, bei denen man sich freiwillig melden könne. Dabei werden die Befragten über Online-Werbung rekrutiert und die Ergebnisse können verzerrt werden, weil Fragen nicht ehrlich beantwortet werden. Durch das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz könne sich dieses Problem verschärfen.

Umfragen, die auf zufälligen Stichproben der Bevölkerung basieren, würden keine eindeutigen Hinweise auf ein Wiederaufleben des Christentums liefern, so das Pew Research Center. Laut der «Labour Force Survey», die religiöse Selbsteinschätzung misst und dazu mehr als 50'000 zufällig ausgewählte Personen befragt, ist die Zahl der Christen in Grossbritannien zwischen 2018 bis 2025 von 54 auf 44 Prozent gesunken. Die christliche Identität nimmt laut der Umfrage in allen Altersgruppen ab. Eine jährliche Umfrage zu Gottesdienstbesuchen, die «British Social Attitudes», zeigt, dass die Zahlen vor der Coronapandemie höher waren als aktuell. (gab)

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