Bedingte Geldstrafe für ehemaligen Gefängnisseelsorger

Ein pensionierter Pfarrer ist wegen Verletzung des Amts- und Berufsgeheimnisses verurteilt worden. Seine ebenfalls angeklagte Frau wurde vom Gericht freigesprochen.


Das Bezirksgericht Zürich hat am 7. Februar einen ehemaligen Gefängnisseelsorger der Berner Strafanstalt Thorberg verurteilt. Er hatte vertrauliche Informationen über einen Ex-Häftling an die Polizei weitergegeben. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Pfarrer ganz bewusst Geheimnisse verraten hatte.

Der pensionierte Pfarrer erhielt eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 250 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Die ebenfalls angeklagte Ehefrau wurde freigesprochen. Die Theologin war nie offiziell in der Strafanstalt angestellt und hatte nur als Privatperson Kontakt zum Ex-Häftling.

Trotz Schweigepflicht

Die Verletzung des Amts- und Berufsgeheimnisses, für die der Theologe bestraft wurde, geschah im Mai 2017, als die Zürcher Kantonspolizei nach einem 54-jährigen Räuber fahndete. Sie erkundigte sich bei den Seelsorgern, die den Mann während 25 Jahren beruflich und privat betreut hatten, nach dem Gesuchten. Daraufhin gab der Angeklagte vertrauliche Informationen zu einer Straftat preis, die bereits aus dem Strafregister gelöscht war. Von seiner Schweigepflicht liess sich der Pfarrer jedoch erst einige Wochen später entbinden. Der Ex-Häftling zeigte das Ehepaar wegen des Vertrauensbruchs an. (sda/pd)