In eigener Sache

Auf zum Streik!

Die mediale Berichterstattung wird immer noch von Männern dominiert. Die Reformierten Medien finden, dass sich das ändern muss. Deshalb erscheinen am Mittwoch, 14. Juni, keine Nachrichten und das Team nimmt am Frauenstreik teil.

Mehr Frauen – Mehr News: Das Logo der Organisation Medienfrauenstreik (Bild: zVg).

Medien beeinflussen unsere Weltsicht. Doch die Berichterstattung wird immer noch vorwiegend durch eine männliche Perspektive geprägt. Wie die Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten berichtet, sind 70 Prozent der Journalistinnen und Journalisten in den Ressorts Politik und Wirtschaft männlich. Auch 75 Prozent der Expertinnen und Experten, die in den Artikeln zu Wort kommen, sind Männer. Laut der Organisation Medienfrauenstreik werden bei «komplexen» Themen kaum Frauen hinzugezogen. Der Frauenstreik 2019 habe zwar in der Branche die Gleichstellung angekurbelt. So würden Stellen konsequenter ausgeschrieben und einige Frauen seien in die Teppichetagen eingezogen. Doch es bleibe viel zu tun.

Unter dem Slogan «More Women – More News» gehen die Medienfrauen am Mittwoch auf die Strasse. Sie bemängeln, dass Frauen auf Redaktionen immer noch Sexismus erleben und weniger Chancen erhalten. Ausserdem gelte der Beruf wegen des toxischen Klimas immer noch als unvereinbar mit dem Familienalltag. Die Medienfrauen fordern deswegen im Rahmen des Frauenstreiks besseren Schutz vor Belästigung, Lohngleichheit, flexible Lösungen für Frauen mit Kindern, mehr Frauen in Führungspositionen und Diversität in der Berichterstattung.

Auch die Evangelischen Frauen Schweiz beteiligen sich am Streik. Unter dem Motto «Gleichberechtigung. Punkt. Amen.» fordern sie, dass mehr Frauen in die Kirchenleitungen einziehen. Laut der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz werden heute nur 9 von 25 Kantonalkirchen von Frauen präsidiert. In den Kirchen sei zwar die Lohngleichheit weitgehend gewährleistet, doch die Evangelischen Frauen setzen sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die Anerkennung der Care-Arbeit ein. Gerade in den Kirchen werde diese meist von Frauen auf freiwilliger Basis geleistet. Auch feministische Theologie soll in Ausbildungsstätten mehr zum Zug kommen.

Die von Frauen geführten Reformierten Medien, die unter anderem das Portal ref.ch betreiben und das Magazin bref herausgeben, verstehen sich als Teil der Medienbranche und der Kirche. Deswegen nehmen die Mitarbeitenden solidarisch am Frauenstreik-Tag teil. Am Mittwoch, 14. Juni, wird es keine News auf ref.ch geben. Die Redaktion ist am Donnerstag, 15. Juni, wieder im Einsatz. (cla)