Bericht

Antisemitismus in der Schweiz bleibt auf hohem Niveau

Im letzten Jahr registrierte der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) eine deutliche Zunahme von Online-Antisemitismus. In der realen Welt kam es zu weniger Vorfällen.

Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten kommt es in der Schweiz vermehrt zu antisemitischen Vorfällen. Im Jahr 2025 waren es 177. Das schreiben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) im neuen Antisemitismusbericht. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 wurden lediglich 57 antisemitische Vorfälle registriert.

Gleichwohl ging die Zahl an Vorfällen im Vergleich mit dem Vorjahr um rund einen Fünftel zurück. Gemeldet wurden fünf Tätlichkeiten, 42 Beschimpfungen, 80 antisemitische Aussagen und 28 Schmierereien.

Im Internet wurden hingegen deutlich mehr antisemitische Vorfälle gemeldet: 2200, gegenüber 1600 im Vorjahr. Zwei Drittel und damit der grösste Teil der Online-Vorfälle entfiel dem Bericht zufolge auf die Nachrichtenplattform Telegram, gefolgt von den Kommentarspalten von Online-Zeitungen. Auf allen grossen Social-Media-Plattformen seien antisemitische Inhalte zu finden gewesen. Inhaltlich dominierten antisemitische Verschwörungstheorien mit einem Anteil von 42 Prozent.

Die anhaltend hohe Anzahl der Vorfälle wirke sich zunehmend auf das Sicherheitsgefühl und die gesellschaftliche Teilhabe jüdischer Menschen in der Schweiz aus, schrieben die SIG und die GRA. Sie warnen davor, dass Politik und Gesellschaft ein gewisses Mass an Antisemitismus als normal oder unvermeidbar hinnehmen würden. «Einer solchen Entwicklung muss entschieden entgegengetreten werden.» (sda/ eba)

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