Deutschland
Anschlag gegen Antisemitismus-Beauftragten
Gegen den Antisemitismus-Beauftragten des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, ist mutmasslich ein Anschlag verübt worden. An einem Schuppen auf seinem Privatgrundstück in Templin wurde in der Nacht zum Sonntag Feuer gelegt, niemand wurde verletzt. Schon 2024 war Büttner Ziel eines Anschlags, der sich gegen sein Privatauto richtete.
Am Wohngebäude neben dem Schuppen wurde bei der Tat laut Polizei ein verfassungsfeindliches Symbol angebracht. Dabei handelt es sich nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) um ein sogenanntes Hamas-Dreieck. Das rote Dreieck wurde vielfach bei propalästinensischen Aktionen gezeigt und ist als Kennzeichen der islamistischen Terrororganisation Hamas verboten. Das Symbol wird von der Hamas und ihren Unterstützern benutzt, um Ziele zu markieren.
«Verachtenswerte Tat»
Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte in Potsdam, Extremismus in jedweder Form dürfe in Brandenburg keinen Platz haben. «Gewalt gegen Personen oder Dinge ist und bleibt absolut inakzeptabel», betonte er: «Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, und ich hoffe, dass der oder die Täter schnell gefasst werden.» Die Ermittlungen führt nach Polizeiangaben der Staatsschutz des Landeskriminalamtes.
Innenminister René Wilke (SPD) erklärte, Andreas Büttner leiste als Beauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus des Landes Brandenburg «einen besonderen Dienst am Land und seinen Menschen». Dass ihn sein Eintreten gegen Extremismus und Hass selbst zur Zielscheibe von Gewalt mache, sei «verachtenswert». Wilke sagte: «Wir werden Herrn Büttner weiter zur Seite stehen.» Es sei ein Glücksfall, dass bei dem Angriff niemand verletzt worden sei.
Hakenkreuze ins Auto geritzt
Büttner sagte dem epd, der Angriff sei «eine massive Eskalation». Er richte sich gegen ihn persönlich, gegen seine Familie und gegen sein Zuhause. «Zugleich ist er Ausdruck von Hass und Einschüchterung», betonte der Antisemitismus-Beauftragte. Er werde sich jedoch davon nicht einschüchtern lassen.
«Wer glaubt, mit Gewalt, Brandstiftung oder Bedrohung etwas zu erreichen, irrt», sagte Büttner: «Solche Taten führen nicht dazu, dass ich leiser werde oder meinen Einsatz infrage stelle, sie bestärken mich in dem, was ich tue.»
Im August 2024 war in Templin ein rechtsextremer Anschlag auf das Privatauto von Büttner verübt worden. Dabei waren unter anderem Hakenkreuze in das Fahrzeug geritzt worden. Der Antisemitismusbeauftragte hatte sein Amt im Juni 2024 übernommen. (epd/ no)