Anglikaner-Primas will Bischöfinnen auf jeden Fall durchsetzen

Der anglikanische Primas Justin Welby will die Freigabe des Bischofsamtes für Frauen in der Kirche von England notfalls auch unabhängig von der Generalsynode durchsetzen. Das berichtete «The Guardian» am 10. Juli. Eine positive Entscheidung der ab Freitag in York tagenden Generalsynode gilt jedoch als sehr wahrscheinlich.

Der anglikanische Primas Justin Welby.
Der anglikanische Primas Justin Welby. (Bild Wikimedia/Foreign and Commonwealth Office)

Als letzte rechtliche Hürde stimmen die Synodalen am Montag, 14. Juli, über eine Zulassung von Bischöfinnen ab. Nötig ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in allen drei «Häusern» der Synode: der Bischöfe, der Geistlichkeit und der Laien. Erste Bischofsernennungen für Frauen wären dann nach Meinung von Beobachtern bis Jahresende möglich. Die Frage wurde über Jahre hinweg innerkirchlich diskutiert.

Im November 2012 war ein Ja zu anglikanischen Bischöfinnen mit knapper Sperrminorität bei den Laien gescheitert. Das Verfehlen der Mehrheit stiess damals in der britischen Öffentlichkeit und Politik auf Spott und Kritik. Im Juli 2013 sprach sich eine grosse Mehrheit für eine überarbeitete Neufassung des entsprechenden Gesetzentwurfs aus. Fünf Laien-Delegierte, die damals mit Nein stimmten, signalisierten nach Informationen des «Guardian» für diesmal ihre Zustimmung.

Ein Drittel des Klerus ist weiblich

Ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist inzwischen weiblich. Die Staatskirche hatte sich Anfang der 90er Jahre mit dünner Mehrheit für eine Zulassung von Frauen zum Priesteramt entschieden. Seitdem spaltet die Frage von Frauen und geistlichem Amt Liberale und Konservative. Immer mehr der anglikanischen Nationalkirchen weltweit lassen Bischöfinnen zu. Allein seit September 2013 folgten Irland, Wales, Südindien und Australien.