Alliance Sud spricht sich gemeinsam mit der Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz für ein Nein zur Ecopop-Initiative aus. Die Initiative will neben einer Beschränkung der Einwanderung, dass die Schweiz mindestens 10 Prozent ihres Entwicklungsbudgets für die Familienplanung in den Ländern des Südens ausgibt.
Das sei ein untaugliches Mittel im Kampf gegen die vermeintliche «Übervölkerung» des Planeten, sagte Peter Niggli, Geschäftsleiter von Alliance Sud: «Die Geburtenraten nehmen weltweit ab. Die Weltbevölkerung wächst trotzdem noch bis zur Mitte dieses Jahrhunderts, weil sich die Lebenserwartung in Entwicklungsländern stark verbessert hat.» Die Initianten behaupten, immer noch hätten viele Frauen in armen Ländern keinen Zugang zu Familienplanung und Verhütungsmitteln, weshalb Millionen ungewollt schwanger würden. Daran fehle es jedoch nicht, sagte Niggli. Frauen würden ungewollt schwanger, wenn sie ihre Wünsche nicht gegen ihre Familien und Männer durchsetzen können. Deshalb investiere gute Entwicklungszusammenarbeit in die Stärkung der Stellung der Frau.
Rupa Mukerji, Mitglied der Geschäftsleitung von Helvetas, berichtete aus ihrem Heimatland Indien: Programme im Gliedstaat Punjab, die einseitig auf eine Verminderung der Geburtenzahl zielen, bewirkten viel weniger als erhofft: «Im Gliedstaat Tamil Nadu hingegen liegt die Geburtenrate kaum höher als in der Schweiz. Der Grund: Dort wurde in die Alphabetisierung der Frauen investiert und deren Stellung in der Gesellschaft gefördert.»
Alliance Sud ist die Arbeitsgemeinschaft von Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas und Heks sowie ihre Partnerorganisationen Solidar Suisse und Terre des Hommes Schweiz.