Abtreibungspille eingeschränkt erhältlich
Nach dem Urteil eines Berufungsgerichts ist in den USA ein gebräuchliches medikamentöse Abtreibungsmittel weiterhin erhältlich. Allerdings sollen künftig Einschränkungen gelten, entschied ein Bundesberufungsgericht in New Orleans.
Vorausgegangen war dem Entscheid ein Rechtsstreit. Ein Richter in Texas hatte angeordnet, die Zulassung des Medikamentes auszusetzen. Angeblich seien bei der Zulassung vor über zwanzig Jahren Fehler gemacht worden. Pharmakonzerne protestierten gegen das Urteil. Wenn Richter Zulassungen ohne «wissenschaftliche Beweise» rückgängig machen könnten, sei jedes Medikament in Gefahr, hiess es.
Das Gericht wies den texanischen Entscheid nun zurück. Allerdings sind bestimmte Aspekte bestätigt worden. Demnach sollen mehrere in den vergangenen Jahren eingeführte Erleichterungen bei der Vergabe des Medikamentes in Apotheken und per Post ausgesetzt werden. Mit dem Urteil ist noch nicht das letzte Wort gesprochen: Eine endgültige Entscheidung über die Zulassung liegt beim Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA. Ein Weiterzug ist zwar noch nicht beschlossen, gilt aber als wahrscheinlich.
In den USA wird rund die Hälfte der Abtreibungen medikamentös vorgenommen. Abtreibungen sind stark umstritten. Im Juni 2022 hatte der Supreme Court das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gekippt. Die Regierung des US-Präsidenten und Demokraten Joe Biden setzt sich für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ein. Die meisten republikanischen Politiker dagegen wollen Abtreibungen verbieten. (epd/ jow)