Abtreibungsgegner planen Treffen in Winterthur

Das Gesuch für einen «Marsch fürs Läbe» durch Zürich wurde wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt. Als Alternative wollen die Organisatoren nun am 19. September eine Veranstaltung in Winterthur durchführen. Radikale Linke haben Widerstand angekündigt.


Die Organisatoren des «Marsch fürs Läbe» wollten am 19. September durch Zürich ziehen, doch erlaubt wurde nur eine stehende Kundgebung. Die Polizeivorsteherin der Stadt Zürich verwies darauf, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht mit verhältnismässigen Mitteln gewährleistet werden könne. Das berichtet der «Tages-Anzeiger» am 18. August.

Die Abtreibungsgegner hatten daraufhin Rekurs eingelegt, doch wegen der Verfahrensdauer könne der Marsch nicht stattfinden, heisst es auf der Internetseite der Organisatoren. Deshalb ziehen sie den Rekurs gegen den Stadtrat nun zurück. Zudem ergebe sich durch die Corona-Krise eine zusätzliche Unsicherheit, vielleicht könnten im September auch keine Grosskundgebungen durchgeführt werden.

Proteste und Schutzkonzept

Deshalb wollen die Verantwortlichen des «Marsch fürs Läbe» nun eine Veranstaltung in einem Saal in Winterthur durchführen. Es soll in ein «fröhliches Treffen für die ganze Familie und alle Lebensfreunde stattfinden», unter dem Motto «Läbe für alli!».

Laut dem «Tages-Anzeiger» rufen radikale Linke zum Protest auf gegen den Anlass. «Keinen Fussbreit dem Marsch fürs Läbe – 19. September verhindern», heisse es auf Plakaten. Deshalb sind die Organisatoren des Treffens in Winterthur im Gespräch mit der Winterthurer Stadtpolizei über ein Schutzkonzept.

Krawalle im letzten Jahr

Für nächstes Jahr haben die Organisatoren des Marsches bereits ein Gesuch in Zürich eingereicht. Allerdings scheine die Stadt willens, «das Marschverbot bis vor Bundesgericht zu ziehen», sagte die Sprecherin des «Marsch fürs Läbe» gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Schon 2019 hatte die Stadt Zürich den Marsch abgelehnt, auch aufgrund von Sicherheitsbedenken. Doch das Verwaltungsgericht hob den Entscheid des Stadtrats auf und der Marsch der Abtreibungsgegner konnte stattfinden. Die Veranstaltung wurde von Teilnehmern einer unbewilligten Gegendemonstration gestört, es kam zu Krawallen und Sachbeschädigungen, zwei Polizisten wurden verletzt. (mos)