Aargauer Reformierte: Hunderte stellen sich in den Dienst der Kirche

Rund 140‘000 reformierte Stimmberechtige im Kanton Aargau waren dazu aufgerufen, in den 75 reformierten Kirchgemeinden die Synodenmitglieder, Kirchenpflegen, Pfarrpersonen und das sozialdiakonische Personal zu wählen. Nur eine Kirchenpflege konnte nicht ausreichend besetzt werden. Somit arbeiten fast 1'000 Menschen die nächsten vier Jahre im Dienst der Reformierten Landeskirche Aargau.

Demokratische Kirche: Mit den Gesamterneuerungswahlen der reformierten Kirchen Aargau wurden alle Stellen und Ämter im Kanton neu besetzt oder bestätigt. Im Bild: Das Haus der Reformierte Kirche Aargau in Aarau. (Bild: ria/Helen Wehrli)

475 ehrenamtliche Kirchenpflegemitglieder, 168 Mitglieder des landeskirchlichen Parlaments sowie 207 ordinierte Angestellte wurden im Zeitraum von September bis Dezember 2014 in Aargaus reformierten Kirchgemeinden gewählt. Bis auf eine konnten alle 75 Kirchenpflegen ausreichend besetzt werden, schreibt die Reformierte Landeskirche am 20. Januar in einer Mitteilung. Mit den Wahlen konnte neu auch in der Kirchgemeinde Rein eine Kirchenpflege eingesetzt werden, das bestehende Kuratorium wurde somit aufgehoben. Dafür musste in der Gemeinde Densbüren ein neues Kuratorium eingerichtet werden: Die Kirchenpflege konnte nicht ausreichend besetzt werden. Die Wahlbeteiligung lag in den Kirchgemeinden zwischen 8 und 43 Prozent. Insgesamt nahmen rund 25‘000 Stimmberechtigte an der Wahl teil.

Nur eine Pfarrerin nicht gewählt

Auch 155 Pfarrerinnen und Pfarrer und 52 Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone wurden in den reformierten Kirchgemeinden vom Volk für die neue Amtsperiode 2015 bis 2018 wieder- oder neu gewählt. Einzig in der Kirchgemeinde Umiken wurde die Pfarrerin relativ knapp mit 262 Ja und 294 Nein nicht wiedergewählt.

Abwahlen einer Pfarrerin oder eines Pfarrers sind im Aargau relativ selten, so kam es bei den Wahlen im Jahre 2010 zu gar keiner. Dafür wurden bei den Erneuerungswahlen 2006 gleich drei Pfarrer abgewählt: in Koblenz, Stein und Thalheim. Davor kam es nur 2001 und in den Jahren 1962 und 1957 zur Abwahl eines Pfarrers.

Auch Ausländer dürfen zur Urne

Die neue Amtsperiode hat für den kantonalen Kirchenrat, die Kirchenpflegen und die Synode am 1. Januar 2015 begonnen. Am 14. Januar fand die konstituierende Sitzung der Synode statt, an der Roland Frauchiger aus Thalheim zum Synodepräsidenten der neuen Amtsperiode gewählt wurde.

Die Wahlen fanden an der Urne statt. Stimm- und wahlberechtigt waren alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, auch ausländische Mitglieder. Die Kirchenpflegen legen die Wahltermine selbst fest.