6000 Corona-Tests in der Basler Predigerkirche durchgeführt

Seit knapp einem Monat ist die christkatholische Predigerkirche in Basel-Stadt ein Corona-Testzentrum. Nun ziehen Pfarrer Michael Bangert und das Universitätsspital Basel eine erste Bilanz.


Die christkatholische Predigerkirche mitten in der Stadt Basel wurde in den vergangenen Wochen für viele zu einer besonderen Anlaufstelle. In den Kirchenräumen konnte man sich in einem improvisierten Zentrum unter der Leitung des Universitätsspitals Basel auf das Coronavirus testen lassen («ref.ch» berichtete). Dies haben bis jetzt rund 6000 Personen getan, wie das Universitätsspital Basel auf Anfrage von ref.ch mitteilte.

Sowohl das Spital als auch die Christkatholische Kirche ziehen nach vier Wochen ein positives Fazit. «Die Lage neben dem Spital sowie die Architektur der Kirche mit der offenen Raumstruktur sind ideal. Ausserdem war die Kirchgemeinde äusserst hilfsbereit», sagt Spital-Mediensprecher Nicolas Drechsler. Dadurch hätte man sukzessive die Anzahl der zu testenden Personen erhöhen können.

Beruhigende Wirkung

Mit der Nutzung ebenfalls zufrieden ist Michael Bangert, Pfarrer der Christkatholischen Kirche Basel-Stadt. «Viele Leute haben sich bei uns bedankt, dass sie den Test in einem Raum hätten machen können, der beruhigend auf sie wirkte.» Zudem hätten sich viele kirchenferne Menschen über die Geste, die Kirche zur Verfügung zu stellen, gefreut.

Auch die Mitarbeiter des Unispitals hätten es geschätzt, in einem Raum zu arbeiten, der sich mit seinen 500 bis 600 Quadratmetern durch eine enorme Weite auszeichnet. Bis jetzt habe man es nicht bereut, die Predigerkirche kostenfrei dem Spital zur Verfügung gestellt zu haben. «Wir fühlen uns respektiert. Insbesondere, weil mit dem Gebäude respektvoll und schützenswert umgegangen wird.»

Für Bangert ist deshalb klar, dass die Gemeinde weiterhin die Kirche für Notlagen bereitstellen werde. Der Pfarrer fordert auch andere Kirchen auf, es ihnen gleich zu tun. «Dass manche zurzeit gar auf die Idee kommen, Kirchen abzuschliessen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen», sagt er.

Zeithorizont offen

Wie lange das Universitätsspital die Predigerkirche noch nutzen wird, ist laut Spital-Sprecher Drechsler offen. «So lange, wie wir sie benötigen und die Christkatholische Gemeinde uns lässt.» Man könne sich gut vorstellen, bei einer anderen aussergewöhnlichen Lage die Kirche erneut zu nutzen. «Grundsätzlich versuchen wir, die Gesundheitsversorgung bei uns auf dem Campus sicherzustellen, weshalb auch diverse Ersatz- und Neubaupläne bestehen», so Drechsler. (bat)