Reformierte FR: 130’000 Franken Überschuss

Die Synode der reformierten Freiburger Kirche hat am Montag in Grangeneuve getagt. Unter anderem genehmigte sie die Schaffung einer Seelsorgestelle für das geplante Bundesasylzentrum sowie drei Projekte zur Feier des Reformationsjubiläums.

Synodesitzung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg am 30. Juni. (Bild: protestinfo)

«Unsere Kirche wächst immer noch. Das ist gegen den Trend anderer Schweizer refomierter Kirchen», freute sich Philippe Blaser, Synodalratspräsident der reformierten Freiburger Kirche (ERKF). Kein Zweifel: Die ERKF ist eine Kirche, der es gut geht. Das zeigte sich auch an der Jahresrechnung, die mit einem Überschuss von 130‘000 Franken bei einem Aufwand von 1,8 Millionen Franken abschliesst.

Die Synode nahm die Vorschläge des Synodalrats an: Ein kleinerer Teil des Geldes wird als Rücklage für eine neue Vikariatsstelle sowie einen Zuschuss für die Renovierung des Gemeinschaftszentrums Montmirail NE verwendet. Der Hauptbetrag fliesst in eine Seelsorgestelle (30 Prozent) im geplanten Bundesausschaffungszentrum in Giffers sowie in drei Projekte des Synodalrats für die Feier des Reformationsjubiläums 2017.

Für jeden etwas

Dieses will die Landeskirche zu einem «Fest für unsere Kirche machen», wie Synodalrat Martin Burkhard erläuterte. Es werde für jeden Geschmack und jedes Alter etwas geben. So am Kirchenfest, das für das Wochenende vom 13. und 14. Mai geplant ist. Neben einem Familienprogramm ist ein von den Pfarrern und Diakonen vorbereitetes Kabarett vorgesehen. «Und für Jugendliche gibt es sogar eine Afterparty», so Burkhard.

Die weiteren Projekte des Synodalrats zum Jubiläum sind eine Broschüre über Spuren reformierten Glaubens im Freiburgischen sowie die «Markuspassion» von Mikhael Levinas, die am Karfreitag in der Kathedrale von Freiburg uraufgeführt wird. An diesem Projekt beteiligt sich auch die katholische Kirche. Protestantisches Genre, jüdischer Komponist, katholischer Aufführungsort: «Dieses Ereignis bietet die Gelegenheit, alle im Kanton anerkannten Religionsgemeinschaften am Jubiläum teilhaben zu lassen», sagte Burkhard.

Umstrittene Aufnahme in den Kirchendienst

Zu einigen Spannungen führte die beantragte Aufnahme von Pfarrer Stefan Wild aus Estavayer-le-Lac in den Kirchendienst der ERKF. Die der Ordinationskommission angehörenden zwei Synodalratsmitglieder machten ihre Bedenken vor der Synode öffentlich, was bei den Synodalen zu Unverständnis und Missbilligung führte. Es geht dabei um theologische Differenzen, Wild gehört dem evangelikalen Flügel der Reformierten an. Ein Synodaler bemerkte dazu: «Solange es solche verschiedenen Theologien gibt, besteht keinerlei Grund für eine Nichtaufnahme. Unter dem grossen Dach der Freiburger Kirche gibt es alles von konservativ bis liberal.»