Zwingli-Verleger Christoph Froschauer legte den Grundstein zu Orell Füssli

Die Orell Füssli Gruppe mit Sitz in Zürich blickt auf 500 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Am Beginn der Erfolgsstory stand der Buchdrucker Christoph Froschauer - und seine mehrere Kilogramm schwere Zwingli-Bibel.


Als der gelernte Drucker Christoph Froschauer aus Bayern am 9. November 1519 das Zürcher Bürgerrecht erhielt, wurde der Grundstein zu Orell Füssli gelegt. Dank Froschauers verlegerischem Gespür entwickelte sich schnell ein Druck- und Verlagszentrum mit europäischer Ausstrahlung, wie Adrian Scherrer, Archivar bei Orell Füssli, am 18. Februar vor den Medien ausführte.

Denn ebenfalls 1519 übernahm Huldrych Zwingli das Amt des Leutpriesters am Zürcher Grossmünster. Die beiden Männer freundeten sich an, Froschauer wurde Zwinglis Verleger. 1531 erschien die «Zwingli-Bibel», eine Glanzleistung früher Buchkunst. Besonders ungewöhnlich ist laut Scherrer die zweifarbige Titelseite. Da man jedes Blatt einzeln drucken musste, dauerte es mehrere Wochen, bis das Buch fertig war. Auch hatte es einen stolzen Preis, Scherrer spricht von «zwei Monatslöhnen».

1564 starb Froschauer an der Pest. Zu Lebzeiten verlegte er über 700 Bücher und druckte auch Amtsdruckschriften und Karten. Danach wechselte die Druckerei mehrmals den Besitzer. 1735 übernahmen schliesslich Conrad Orell und Hans Rudolf Füssli das Unternehmen.

Vom Buch- zum Notendruck

Seitdem hat sich viel getan. Dies zeigt auch die Festschrift «500 Jahre Drucken». Der aufwendig gestaltete Bildband bildet den Auftakt ins Jubiläumsjahr und dokumentiert den Wandel des Unternehmens. So kamen im 19. Jahrhundert der Wertpapierdruck und die Herstellung von Sicherheitsdokumenten dazu.

Heute ist der Verlag nur eines von vier Standbeinen des Unternehmens. Daneben betreibt Orell Füssli als diversifizierte Industrie- und Handelsgruppe die Geschäftsbereiche Banknoten- und Sicherheitsdruck, Industriesysteme zur Serialisierung von Banknoten und Wertdokumenten, sowie den Buchhandel. (sda/no)